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Fates Warning - Awaken The Guardian (CD)
Label: Metal Blade Records
VÖ: 1986
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Art: Classic
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Werner
Werner
(1000 Reviews)
Die 1984 (von '82 - '84 als Misfit) im US Bundesstaat Connecticut formierten Fates Warning nehmen spätestens seit dem Release dieses wundervollen Kleinods einen Ausnahmestatus in der Rock- und ganz besonders innerhalb der US Metal History ein. Mit den Alben "Night On Bröcken" (1984) und "The Spectre Within" (1985) legten die „Schicksalswarnenden“ gewissermaßen den Grundstein. Dabei handelt es sich um zwei nach wie vor edle Werke, die dazumal den Nerv der Zeit samt ihren Iron Maiden Einflüssen nahezu perfekt trafen und somit als ebenso essentielle Beiträge der damals so massiv aufkeimenden US Metal-Welle, die zur der Zeit eine merklich abflauende NWoBHM ablöste, gelten. Das erste von vielen Classics der Fates Warning Discographie rund um Axtmagier/Brainchild Matheos folgte wiederum nur ein Jahr später: "Awaken The Guardian" war geboren ...

Dass es sich dabei um den Abschiedsbeitrag von Goldkelchen John Arch für Fates Warning dreht, der hier eine an Magie nahezu unanfechtbare Performance versprüht, möchte man kaum glauben. Das Mystische zu jener Zeit war an für sich kein Novum bei all den wie Pilze aus den Boden sprießenden Kapellen speziell aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dennoch nahm das Quintett eine Sonderstellung ein, da sämtliche Lyrics im Kontext der gleichfalls fantastischen Musik durch Mark und Bein gehen und in ihrer Grundaussage auch für den Menschen der heutigen Zeit mit seinen Problemen im übertragenen Sinn ein effizientes Seelenpflaster sind, nicht zuletzt deshalb, weil eine Mutmachende Nuance zwischen den Zeilen mitschwingt. Nicht jeder konnte bzw. kann dem Sound dieses Meisterwerks etwas abgewinnen. Denn die vorwiegend in hohen Lagen eingezirpten Vocals des Mister Arch liebt man nämlich, oder eben nicht. Solch filigrane Vocalines haben bzw. hatten nur wenige, ohne dabei ins Hoden-freie zu abzuheben. So muss man sich vorstellen, dass anno 1986 "Awaken The Guardian" in die noch sehr junge Progressiv Metal Schublade gesteckt wurde, während man heute schon weit mehr von Epic Heavy Metal zu sprechen pflegt, der sehr wohl komplexe Arrangements erkennen lässt, aber mit dem heutigen Verständnis von „Fortschritt in se Metall“ nur wenig gemein hat.

In der Besetzung John Arch (v), Jim Matheos (g), Marc Zimmermann (d), Frank Aresti (g), Joe Dibiase (b) wurde mit Label-Boss Brian Slagel "Awaken The Guardian" in den warmen Herbsttagen 1986 aufgenommen und abgemischt, während zu guter Letzt Eddy Schreyer das Mastering übernahm. Herausgekommen ist schlussendlich ein Meilenstein des Rockuniversums, der angefangen vom brillanten Fantasy-Coverartwork über die bis restlos passioniert komponierte Musik bis zur saftig-frischen Produktion das damalige „State-of-The Art“ im Heavy Metal (Semi-) Underground markierte und bis heute als absolute Krönung für die Legionen von Epic Metal Bands gilt. Kapellen wie Steelprophet oder etwa While Heaven Wept beispielsweise sind derart inspiriert davon, dass beim bloßen Ansprechen des Albums ein Tom Phillips (Whw) jedesmal vor Demut und Respekt zu Boden sinkt. Wie bei einer edlen Box voller Luxuspralinen gilt auch hier der Werbeslogan „finest selection“: jedes einzelne Riff, jedes noch so versteckte Break, jedes Solo bzw. Lead passt millimetergenau wie die Faust aufs Auge, fasziniert nach dem 20., 50., und 100. Durchlauf aus Neue und berührt die Sinne auf einer anderen, einer Art spirituellen Ebene – vorausgesetzt, der Hörer gibt sich dementsprechend hin.

Es ist nahezu unmöglich, auf "Awaken The Guardian" einzelne Tracks hervorzuheben, denn alle acht stehen auf höchstem Level und jeder für sich strotzt vor Erhabenheit umgeben von einer Engelsgleichen Aura. Eine beschwingende Atmosphäre, die niemals aus Kalkül entstehen konnte. Hier müssen die Chemie innerhalb einer tight eingespielten Band als auch die Sternenkonstellation nahtlos im Einklang stehen. Dann vielleicht, aber nur vielleicht ist so ein nachhallender Zauber ferner irgendwie möglich, wie es hier der Fall war und ist. Vom vertrackten, durchwegs flotten Pförtner "The Sorceres" über die verführerischen Zungenschnalzer "Fata Morgana" und "Guardian" bis zum monumentalen Finale namens "Exodus" eine wundervolle Reise prall gefüllt von nie ganz zu lüftenden Geheimnissen, die ihres gleichen suchen. Nur wer sich voll und ganz mit allen Sinnen auf diese fulminante Tonansammlung eingelassen hat, wird diesen fast hysterischen Kult nachvollziehen können!

Trackliste
  1. The Sorceress
  2. Valley Of The Dolls
  3. Fata Morgana
  4. Guardian
  1. Prelude To Ruin
  2. Giant's Lore (Heart Of Winter)
  3. Time Long Past
  4. Exodus
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