Soliden Heavy Metal - Fachleute aus manch Kreisen würden wegen der fetten Produktion fälschlich schon wieder von reinem Power Metal sprechen - gibt es auf dem vierten Album der fünf Finnen zu hören. Im zehnten Bestandsjahr von Burning Point wird unverändert die Traditionskeule geschwungen was das Zeug hält, ohne jedoch sich wirklich abzuheben aus der großen Masse in einem inzwischen sehr breit getreten Genre.
Soll heißen, man kennt so ziemlich jedes Riff bzw. Lead, jeden bevorstehenden Refrain und fast jedes Break. Melodiebetont sind sie allemal, die Herrschaften aus dem hohen Norden, und verstehen tun sie ihr Handwerk natürlich auch. So entstehen im Verlauf der 50 Minuten des Öfteren Reminiszenzen zu vielen etablierteren Achtzigerhelden vorwiegend aus dem alten Kontinent, Originalität ist somit aber selbst mit der auditiven Lupe nie und nimmer auffindbar. Das zumeist stampfend-hymnische Material ist sauber gestrickt, hängen bleiben oder kicken will es trotz mehrstimmiger Refrains jedoch nur spärlich. Oder anders ausgedrückt: Man will ja keinem Talent sein absprechen, nur, um den gern zitierten Hund hinterm Ofen hervorzulocken, wäre einfach mehr Risikobereitschaft im Songwriting gefragt wie es immer wieder die neue Wolf zeigt. Die elf, mir vorliegenden Tracks wirken kompakt, sind leicht konsumierbar aber im selben Atemzug eben so austauschbar wie Frühlingsrolle vs. Frühlingsrolle beim Chinesen seines Vertrauens. Vielleicht entfalten die mir nicht vorliegenden fünf Coverbonustracks ihren Reiz, denn da sind unter anderem Guestperformances von Majk Moti (ex- Running Wild) oder David Feinstein (The Rods) bei den jeweiligen Ehrerbietungen vor Ort. Und einmal mehr grüßt das Murmeltier: Fans von Hammerfall und Co. könnten hierbei fündig werden ...