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Wer heutzutage in die USA reist und dort – egal ob im Großstadtdschungel von Millionenmetropolen wie Los Angeles oder New York oder in irgendwelchen Käffern in Texas, Iowa oder Montana – irgendeinem beliebigen Rocksender im Autoradio sein Ohr leiht, der wird immer und immer wieder mit Songs von genau zwei europäischen Rockbands konfrontiert. Die einen sind die Scorpions. Die anderen sind ein Quintett aus Sheffield/UK namens Def Leppard. Album Nummer 4 der Briten – schlicht "Hysteria" betitelt – soll nun Thema des folgenden Classic-Reviews sein.
Die Veröffentlichung von "Hysteria" im August 1987 beendete eine über 3-jährige Vorlaufzeit, in der die Band u.a. einen folgenschweren Schicksalsschlag bewältigen und wegstecken musste. Drummer Rick Allen verlor am Silvestertag des Jahres 1984 bei einem Autounfall seinen linken Arm. Doch anstatt sich deprimiert in die musikalische Invalidenrente zu verabschieden, entschied sich Allen mit voller Unterstützung seiner Band-Kollegen trotz seiner Behinderung nur mit einen Arm weiter zu trommeln. Mit Unterstützung von NASA-Technikern wurde Allen ein elektronisches Drum-Kit maßgeschneidert, das dem Drummer mit einem Satz von Fußpedalen ermöglichte, seine linke Schlaghand zu ersetzen. Am 3.8. 1987 war’s dann aber soweit. Nach dem 83er "Pyromania" Album, das der Band den flächendeckenden Durchbruch verschaffte, stand die bis heute erfolgreichste Def Leppard Langrille endlich in den Plattenläden aller Kontinente. Produziert von Haus- und Hof-Produzent Robert John „Mutt“ Lange (AC/DC, Foreigner, Bryan Adams, Nickelback, Shania Twain, etc.) katapultierten die 12 Hit-Songs dieses grandiosen Albums die fünf Briten weltweit in höchste Chart-Sphären, was zu Gesamtverkaufszahlen jenseits der 20 Millionen-Marke führte. Mit hymnischem Songwriting, fetten mehrstimmigen Chören und der perfekten Balance aus Kommerz und trotzdem knackigem Hardrock trifft Joe Elliott & Co zu 100% den damaligen Zeitgeist - speziell in den USA. Die Band konnte nicht weniger als 7 Single-Auskoppelungen in den US-Billboard-Charts unterbringen und erhielt für "Hysteria" in den USA auch den „Diamond Award“ für mehr als 10 Millionen verkaufte Kopien. Das Gitarren-Duo – bestehend aus Phil Collen und dem unvergessenen Steve Clark (verstarb am 8.1.1991 an einem tödlichen Mix aus Antidepressiva, Schmerzmitteln und Alkohol) – bewegte sich auf "Hysteria" weg vom klassischen Hardrock-Riffing und fokussierte sich auf eine variantenreichere, melodieorientiertere Spielweise mit einem konstanten Mix aus cleanen, angezerrten und auch Brat-Gitarren. Dies im Zusammenhang mit Allen’s E-Drums und der hochmodernen, aber auch effektbeladenen Produktion verursachte jedoch auch kritische Stimmen, die der Band den kompletten künstlerischen Ausverkauf vorwarfen. Nichtsdestotrotz – fette Rock-Hymnen wie "Rocket", "Armageddon It", "Animal", "Hysteria", "Pour Some Sugar On Me", "Women", "Don’t Shoot Shotgun" oder "Gods Of War" als auch die Mega-Ballade "Love Bites" sind nicht nur absolut zeitlose Hits und haben den „test of time“ mehr als überzeugend bestanden, sondern haben Mitte der Achtziger Legionen von Teenagern auf den musikalisch rechten Weg in Richtung Hardrock und Heavy Metal geleitet. "Hysteria" ist eine 10 für die Ewigkeit. Def Leppard rocken. Und das ohne Ende. Amen. Trackliste
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