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Cover  
Tiamat - Wildhoney (CD)
Label: Century Media
VÖ: 01.09.1994
Homepage | MySpace
Art: Classic
DarksceneTom
DarksceneTom
(2403 Reviews)
Nur allzu gut kann sich der Verfasser dieser Zeilen an jenen verschneiten Abend in München erinnern, an dem vier humorlose Herren als Support Act von Type O Negative (Classic) die Bühne betraten um ihr neuestes Werk livehaftig vorzustellen. Tiamat, jene Band von und um Jon Edlund, die bereits mit ihrem – zugegeben miesen - Debüt, dem überraschend guten "The Astral Sleep" und dem ebenso als Meilenstein zu huldigenden "Clouds" für Aufsehen sorgte, wälzte sich ungeheuer erhaben durch ihr nebelverraucht stimmungsvolles Set und präsentierte ein Stück Musik, das in seiner wunderbaren Gestalt eigenständig, wunderschön und intensivst beeindruckend tief unter die Haut ging und nicht wenige Augenzeugen wie geplättet zurück ließ.
"Wildhoney" war geboren und bereit die Welt zu erobern!

Wenige Werke der Geschichte verdienen das Prädikat "Gesamtkunstwerk" mehr als dieses mit fliesenden Übergängen aus einer anderen Welt veredelte Meisterwerk. Bereits das verträumt meditative Intro entführt in eine fragil atmosphärische Welt zwischen melancholischer Sehnsucht, düsterer Einsamkeit, Trauer und beklemmender Hoffnung der man sich kaum entziehen kann. "Whatever That Hurts", mit seinem schleppend doomigem Groove und der oberfette Kracher "The Ar" geleiten die ersten Schritte in die geheimnisvollen Gedanken von John Edlunds Traumlandschaft noch halbwegs standesgemäß. Was sich aber ab dem hypnotischen "25th Floor" abspielt, sucht seinesgleichen bis heute absolut vergeblich. Verträumt nachdenklich stellt sich "Gaia" ein, entpuppt sich der Kokon von "Visionaire" als bretthart eindringlich Weltklasseballade, bevor ein spacig meditatives "Kalleidoscope" entgültig den farbprächtig edlen Falter offenbart.



Herrliche Andacht macht sich breit, wenn "Do You Dream Of Me" wie akustische Lava aus den Boxen fliest und mit Hilfe von "Planets" in ein psychedelisches Finale mündet, das in seiner tief unter die Haut gehenden Schönheit den zurückhaltend effektiven Kompositionen endgültig die Krone aufsetzt. Sphärisch monumentale Klänge zelebrieren den Prog rockig angehauchten Abschluss und lassen ein mit Gänsehautmelodien durchzogen beschwörendes "A Pocket Size Sun" in vollem Glanz erstrahlen. Atmosphärische Keyboards, einfühlsame Vocals und behutsam arrangiertes Seitenwerk, verpackt in ein Kunstwerk, das auf ewig wie golden wilder Honig schimmern wird. Besser geht’s nicht und an diesem an Kreativität und Eigenständigkeit nicht zu überbietenden Meisterstück von Tiamat kann und wird wohl nie wieder angeschlossen werden.

"Wildhoney" ist vom Artwork über die Produktion bis zu jedem einzelnen Ton ein vollkommenes Kunstwerk, ein an unschuldiger Schönheit nicht zu überbietendes Juwel für die Ewigkeit und ein wegweisender Meilenstein in der Geschichte, der Tiamat auch weit über ihre Zeit hinaus unsterblich macht!

Trackliste
  1. Wildhoney
  2. Whatever That Hurts
  3. The Ar
  4. 25th Floor
  5. Gaia
  1. Visionaire
  2. Kaleidoscope
  3. Do You Dream Of Me?
  4. Planets
  5. A Pocket Size Sun
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Kommentare
revilO
29.09.09 17:13: -
Eines meiner absoluten Lieblingsalben. Ein Haberer hat sich dieses Teil in einer Zeit, bevor günstige Brenner am Markt erhältlich waren, drei mal gekauft, damit er eine CD bei sich zu Hause, im Auto und bei seiner Freundin jederzeit auflegen konnte.

Ein Höhepunkt, nachdem es nur bergab gehen konnte, obgleich Tiamat noch einige gute Alben zustande brachten.
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