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Obituary, Mpire of Evil, Dust Bolt, Posthum, Rotting Repugnancy
23.01.2015, Weekender Club, Innsbruck 
 
Wenn eine Legende ruft, kommen fast alle! Das lokale Konzerthighlight Nummer 1 im jungen Jahr 2015 steht unter dem Banner von Obituary und steigt einmal mehr bei unseren Freuden und Kollegen vom Weekender Club...
Professor Röar
Professor Röar
(9 Live-Berichte)
Das lokale Konzerthighlight Nummer 1 im jungen Jahr 2015 steigt einmal mehr bei unseren Freuden und Darkscene-Kollegen vom Weekender Club: Die Death Metal Legende Obituary schlägt mit ihrem großartigen, neuen Album "Inked In Blood" (zum Review) in Innsbruck auf, und siehe da: Der Club ist mit über 350 Damen und Herren aller metallischen Altersklasse superb besucht. Altbekannte Hasen der lokalen Szene (viele davon mittlerweile leider nur noch selten an der Konzertoberfläche zu sehen) junge Headbanger und die üblich verdächtigen Quereinsteiger und manch neugierige Neuankömmlinge bevölkern die Hallen des Weekender Club und sorgen dafür, dass sogar mehr Fans als zuvor bei der Show in Wien beim Gig in der Tiroler Landeshauptstadt zum Propellerbanging antreten, um den Herren aus Brandon, Florida und ihren (mehr oder minder) illustren Vorbands die Ehre zu erweisen.

Aber der Reihe nach, nachdem sich an diesem besonderen Abend beinahe die komplette lokale DS-Schwermetall-Abordnung die Ehre gibt (unser Herr Meier, aka Samurai, aka Werner, verweilt ja bekanntlich noch im Goldenen Dreick, während unserem Redaktion-Bruder Cle leider Gottes ein hochprozentiges Batterienaufladen verordnet wurde, für das wir ihm hiermit nochmals allesamt allerbestes Gelingen wünschen!!), darf ich mich an Gerstensaft und Show laben, an meine Kumpanen übergeben und freue mich, über deren eloquente Berichterstattung.

Den Anfang macht der verehrte Bad Lieutenant, der sich der kauzig durchmischten Vorbands annahm, das große Finale übernimmt unser Herr Professor Röar:



Posthum

Sich als Erster von Vieren zu beweisen und Spuren in der Publikumsgunst zu hinterlassen ist wahrlich kein Spaziergang, Posthum machen das Beste draus und entern pünktlich um 19.30 die Bühne des Weekender. Serviert wird schroffer Black Metal der traditionell nordischen Schiene , der Sound schlägt einem beeindruckend mächtig entgegen und lässt gleich zu Beginn mehr als nur aufhorchen. Sich kurzbehaart im Muscle-Shirt Outfit zu präsentieren verprellt sicherlich den einen oder anderen Szenewächter, dem das H-Wort schon auf der Zunge liegt. Egal, denn Posthum stecken im Verlauf des halbstündigen Sets locker das Gros sämtlicher Nachwuchs- Pandas in die Tasche. Kalt-monolithische Gitarrenwände richten sich meterhoch auf, versprenkelt melodische Gitarrenleads durchbrechen wiederholt die Eisschicht und Fronter Jon`s markerschütterndes Gekeife lässt wohlig erschaudern.

In etwa wie The Shining ohne Auto-Aggressions-Pose oder Satyricon mit urban-dystopischer Schlagseite. Beeindruckend !



Dust Bolt

Die nachfolgenden Dust Bolt könnten dazu nicht kontrastreicher sein. Thrash Metal mit stilistischer Ami-Schlagseite steht auf dem Programm und die bayrischen Jungs bringen das Blut der ersten Reihen auch gleich in Wallung, der erste Moshpit ist da nur eine Frage der Zeit. Trotzdem erscheint ihr Songwriting gerade in Live-Darbietung etwas zu unausgereift und stromlinienförmig, sich an Bands wie Sacred Reich abzuarbeiten ist was Schönes, die individuelle Duftmarke bleibt hier jedoch etwas auf der Strecke. In diesem Kontext wirkt das unablässige Bühnengehampel und Publikumsbefeuern im Konzertverlauf schon arg übermotiviert.

Man soll sich ja bandtechnisch nicht zu viel in Lokalpatriotismus üben, doch eine Spur genialer Wahnwitz der Marke Insanity Alert würde Dust Bolt über das gehobene Mittelmaß hieven, in dem sie leider (auch auf Langrille) festsitzen.



M-Pire Of Evil

Die Combo um Ex- Venom Gitarrist Mantas treibt schon seit Jahren als höchst zweifelhafte Mogelpackung aus Tradition und Moderne ihr Unwesen, und auch live sollte sich dieser Eindruck bewahren. Die Schlachtplatte der eigenen Legende so lange wiederzukäuen, bis jedem geneigten Venom-Afficionado der Appetit vergeht, scheint leider eines der Band-Hauptcredos zu sein. Verstohlen reihen sich ein paar dünnbrüstig-thrashige Neukompositionen ins Set ein, das Gros besteht aus solchen Klassikern wie "Welcome To Hell" oder "Black Metal", die von Sänger "Demolition Man" (sic!) mit nordenglischem Hool-Pathos mehr schwach hustend als fies röchelnd dargeboten werden. Ganz ehrlich, jede technisch halbwegs versierte Provinzband schleudert diese Songs mit mehr Verve und Biss ins Publikum, das hier ist nicht mehr als hüftspeckig-schwerfällige Nabelbeschau der verzichtbarsten Sorte.

Mantas sieht übrigens aus wie Peter Sellers in Althippie-Verkleidung beim Dreh einer Easy Rider-Verarsche, und das ist auch schon das Bemerkenswerteste an diesem Gig.
(Bad Lieutenant)



Obituary

Nachdem dann also der originale Inspektor Clouseau und seine Kumpels die Bühne geräumt hatten – Sir Charles Litton war verhaftet, der Diamant nach Lugasch zurückgekehrt - , enterten mit einem obligatorischen Intro endlich Obituary die Bühne und bolzten mit "Centuries of Lies", dem Opener des aktuellen Hammer-Albums "Inked In Blood", los, dass den anwesenden knapp 350 Metal-Fans nur so die Lauscher zu flattern begannen. Selten hatte man den Weekender-Club so gut gefüllt und so dermaßen ekstatisch vibrierend erlebt, als sich unzählige Köpfe und Körper zu Obituary's Soundwalze zu bewegen begannen. Die anwesende Meute flippte ob der gelungenen Setlist, die so nebenbei fast das gesamte 1989er-Debüt "Slowly We" Rot enthielt, total aus und Stagediver und Crowdsurfer klatschten auf der Bühne ab als wäre es die Biertränke am anderen Ende des Raumes.



Wieder einmal erwies sich auch der Weekender-Club als absolut großartige Venue, der Sound war spitzenmäßig, das Licht auch, und dank der etwas beengten Verhältnisse verspürte man eine beinahe familiäre Atmosphäre. Dies schien sich auch auf die Band zu übertragen, denn trotz der Enge auf der Bühne schleuderten uns die sichtlich gutgelaunten Florida-Veteranen um Zottelmonster John Tardy ein Todesmetallgeschoss nach dem anderen um die Ohren und verwandelten den Weekender in ein musikalisches Schlachtfeld, auf dem die Anwesenden eigentlich bis zum Kinn in Blut waten sollten. Zum Glück war es an diesem Abend nur Gerstensaft, der die bangenden Maniacs umspülte.

Auf der Bühne selbst gab es, wohl auch bedingt durch die "Größe" des Weekender, keine ausufernde Action, was aber bei Obituary's zähflüssigem, aber trotzdem unfassbar groovenden Death Metal sowieso nicht nötig war. Dass sich das Personalkarussell wieder mal gedreht hatte, fiel kaum jemandem auf – oder war den meisten schlichtweg wurscht. Man darf es jedoch fast als Bereicherung ansehen, dass Ralph Santolla, dank seiner Mitwirkung in gefühlten 666 Death Metal-Bands so was wie die Mietschlampe Nummer Eins der Florida-Szene, nicht mehr mit von der Partie ist, und nun durch den optisch unauffällig, instrumental aber kompetent agierenden Kenny Andrews ersetzt wurde.
Auch ex-Death/Massacre-Basser Terry Butler wirkt eher wie eine biblische Salzsäule, und so lag es wie gewohnt an dem wie ein Berserker gurgelnden, röchelnden und fauchenden John Tardy und Mastermind Trevor Perez, für ein wenig Bewegung zu sorgen. Es ist übrigens immer wieder erstaunlich, wie unverwüstlich so ein menschlicher Kehlkopf sein kann, wenn John Tardy seine gutturale Geräuschkulisse auch nach knapp 30 Jahren noch in unverminderter Heftigkeit auskotzt.



Das Publikum feierte jedenfalls die Death Metal-Urgesteine ab, als wären sie der Leibhaftige auf einem Krampusumzug, und das mit voller Berechtigung: Die grandiose Songauswahl mit massiver Frühwerk-Schlagseite und eine satt groovende, zugleich tonnenschwere musikalische Darbietung ließen keine Sekunde Zeit zum Verschnaufen und man kann von Glück reden, dass dieser Höllenritt nach 75 Minuten mit "Slowly We Rot" zu Ende ging.
Somit konnte sich das altersmäßig ziemlich gut gemischte, vornehmlich natürlich männliche Publikum von 18 bis 48 rechtzeitig kurz vor Beginn der Geisterstunde auf den Heimweg machen oder sich vor dem Verlassen des Weekender-Clubs noch eine allerletzte Ölung an der Bar gönnen.

Setlist Obituary:

1. Centuries Of Lies
2. Visions In My Head
3. Infected
4. Intoxicated
5. Bloodsoaked
6. Immortal Visions
7. 'Til Death
8. Don't Care
9. Violence
10. Stinkupuss
11. Back To One
12. Dead Silence
13. Back On Top
14. I'm In Pain
15. Inked In Blood
16. Slowly We Rot



Als Fazit bleibt ein gelungener Abend, an dem man massenhaft alte Gefährten getroffen hat und der mit einem großartigen Headliner in Innsbrucks derzeit bestem Club überzeugte, der, wenn die Gerüchte denn wahr sind, offensichtlich 2016 die Pforten dicht machen muss, was nach solch überragenden Gigs für Innsbrucks Metal-Szene ein kaum wettzumachender Verlust wäre.
(Professor Röar)



Für die Fotos bedanken wir uns herzlichst bei Melanie Haberl, die ihren Heavy Metal-Bildungsauftrag bei den "Bezirksblättern" unter diesem LINK einmal mehr superb erfüllt hat.
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