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Cover  
Warbringer - Worlds Torn Asunder (CD)
Label: Century Media
VÖ: 26.09.2011
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Art: Review
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Professor Röar
Professor Röar
(123 Reviews)
8.0
Zum dritten Male treten die Rabauken von Warbringer nun schon vor den gestrengen Professor, um vielleicht endlich ihre thrashmetallene Reifeprüfung abzulegen. Und nach dem durch und durch enttäuschenden Zweitwerk "Waking Into Nightmares" sieht es diesmal für die Wüteriche um John Kevill, dessen superperverses Gebrüll auch auf "Worlds Torn Asunder" keinen Deut melodischer ausfällt, gar nicht so schlecht aus.
Denn schon der umbarmherzige Opener "Living Weapon" brettert gnadenlos hart jedes Weichei an die Wand, die Gitarren sägen in bester Exodus/Slayer-Manier simple Riffs rauf und runter und das Schlagzeug wird in Lichtgeschwindigkeit in Grund und Boden geknüppelt. Die Marschrichtung ist somit vorgegeben und die restlichen Songs auf "Worlds Torn Asunder" variieren in Geschwindigkeit höchstens zwischen High-Speed und Midtempo, kompositorisch bleiben Warbringer dazu simpel und knüppeln ohne Umschweife direkt geradeaus los. Auf jeden Fall beweisen die Jungs, dass sie die alten 80er-Thrash-Scheiben ihrer Eltern bis ins kleinste Detail studiert haben und eifern ihren offensichtlichen Vorbildern aus der Bay Area oder auch Teutonenthrash der Marke Kreator – besonders im Gesangsbereich - mit durchaus beachtlichem Erfolg nach. Hier bleibt sicher kein Auge trocken, wenn Warbringer ihren sauharten Old-school-Thrash vom Leder lassen, als wären sie direkt einem Moshpit in der Zeche Bochum im Jahre 1989 entstiegen. Zeitweise versuchen die bösen Buben sogar, ihr Geprügel durch ein wenig Melodie vor allzu penetranter Gleichförmigkeit zu bewahren, was beispielsweise in "Future Ages Gone" wirklich mehr als passabel gelingt. Zudem streuen die beiden Gitarristen John Laux und Adam Carroll immer wieder mal melodiöse Leads ein, die zwar meilenweit von einem Malmsteen, Mustaine oder Skolnick entfernt sind, aber immer beherzt und bemüht wirken und ganz sicher zumindest mit Holzfällern der Marke Mick Mars in derselben Liga spielen.
Was im Gegensatz zum Vorgänger "Waking Into Nightmares" diesmal wirklich zu gefallen weiß, ist die räudige Produktion, die tatsächlich genau so klingt, als wäre man per Zeitmaschine in ein 80er-Analogstudio gejettet, trotzdem aber überraschend viel Transparenz vermittelt. Da scheppern die Drums durchaus prominent, dafür knarzen die Gitarren in fast authentischem 80er-Gewande dumpf und sägend eher ein bisschen im Hintergrund dahin. Diese gewollt grindige Kellerloch-Produktion ist nur die logische Konsequenz aus Warbringers sympathischem Ansatz, die 80er authentisch wieder auferstehen zu lassen, und komplettiert die zwar immer billige, aber durchaus nicht uncharmante old-school-Atmosphäre von "World Torn Asunder".
Laut dem überschwenglichen Bandinfo wollen Warbringer sogar im Bereich der Lyrics riesige Fortschritte verzeichnen, ein Bereich, den die Band bisher sträflich vernachlässigt hat, wohl auch auf Grund des doch noch kaum der Schulpflicht entwachsenen Alters des Krach-Quintetts. Sänger und Nachwuchsdichterfürst John Kevill behauptet gar, in seinen Texten " das lyrische Thema auf das musikalische Gefühl des jeweiligen Songs zurechtzuschneidern". Aha! Dass passend zu Hyperspeed-Aggro-Abrissbirnen wie Living Weapon dann freilich nur wieder tausendfach gehörte Hohl-Phrasen über Krieg, Tod und Gemetzel rauskommen, liegt in der Natur der Sache, die hier Old-School-Thrash heißt, und vermindert den Spaßfaktor bei Warbringer somit kaum. Immerhin pflegen auch die großen Warbringer-Idole Slayer oder Exodus im Bereich der Lyrics seit jeher ihre pubertären Splatterfilm-Fantasien auf Sonderschulniveau, was im Falle Warbringer, die ja gerne wären wie die großen Alten sind, sogar als entlastendes Argument gewertet werden muss.

Vom Professor gibt es somit für Warbringers dritten Versuch, der immer noch so originell und anspruchsvoll (und blutgetränkt) ist wie die siebte Fortsetzung von Saw oder Final Destination in 3D, 8 von zehn durchgeschwitzten Bonded by Blood-Shirts für hartnäckige Wiederbelebungsversuche am eigentlich schon längst für tot erklärten, an Altersschwäche verstorbenen Patienten Thrash Metal.
Dieser Fleiß muss belohnt werden und somit darf der Musikgruppe Warbringer endlich die lang ersehnte musikalische Reife ausgesprochen werden, auch wenn offensichtlich massiv abgeschrieben wurde und der Anteil an kreativer Eigenleistung im einstelligen Prozentbereich zu suchen ist. Aber Spaß machts allemal und besser wird’s sicher nicht mehr, denn die jungen Herren wollen es gar nicht anders.

Trackliste
  1. Living Weapon
  2. Shattered Like Glass
  3. Wake Up... Destroy
  4. Future Ages Gone
  5. Savagery
  1. Treacherous Tongue
  2. Echoes From The Void
  3. Enemies Of The State
  4. Behind The Veils Of Night Instrumental
  5. Demonic Ecstasy
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