HomeNewsReviewsBerichteTourdaten
ImpressumKontakt
Anmeldung
Benutzername

Passwort


Suche
SiteNews
Review
Running Wild
Crossing The Blades

Review
Tarja
In The Raw

Review
Ivory Tower
Stronger

Live
21.11.2019
Queensryche
Rathaussaal, Telfs

Review
Pretty Maids
Undress Your Madness
Upcoming Live
Salzburg 
Augsburg 
Essen 
München 
Lausanne 
Pratteln 
Zürich 
Statistics
5981 Reviews
457 Classic Reviews
279 Unsigned Reviews
Anzeige
Cover  
October File - The Application of Loneliness, Ignorance, Misery, Love and Despair - An Introspective of the Human Condition (CD)
Label: Candlelight Rec.
VÖ: 30.05.2014
Homepage
Art: Review
Jetzt bei Amazon.de bestellen!
Werner
Werner
(1022 Reviews)
8.0
Meine Güte, muss das sein, sich einen derart überstrapazierten Titel aus den Hirnwindungen zu saugen? Und ob. October File aus dem vereinigten Königreich wollen jeglichen Kommerzversuch und alles, was nach Beschönigung riecht, im Keim ersticken. Im Gegenteil sogar, es muss weh tun, heftig sogar. Hoffnung auf bessere Zeiten? Sieht eigentlich recht beschissen aus - exakt diese Aura versuchen die Herrschaften im Dunstkreis von Amebix, Godflesh, Killing Joke auf untrügliche Weise auf ihrem vierten Longplayer zu transportieren. Versuchen wäre unzureichend. Es gelingt ihnen in bestechender Form.

Killing Joke ist genau jene Institution, die einem als erst während dieser vorzüglichen Runterzieher-Scheibe im Oberstübchen begegnet. Doch während die Legende um Jaz Coleman (er hatte das zweite Album "Holy Armour From The Jaws Of God" gesanglich mitveredelt) zwischenzeitlich kurze Lichteinfälle in ihre Kompositionen lässt, betonieren Sänger Ben Hollyer und seine Sidekicks alle Möglichkeiten von Zweckoptimismus mit Aussichtslosigkeit, Zynismus, und Depression gnadenlos zu. Mit Ausnahme von "Upon Reflection", einer fast als zart zu bezeichnenden Seelen-Erleichterung, hat man genug zu tun, den klumpigen Audiokoloss zu schlucken und zu verdauen - doch andererseits reizt diese intensive Entdeckungsreise, welche man begreifen und sogar genießen will. Ein bißchen Masochismus hat noch nie geschadet. Nicht zuletzt weil diese Wucht in Form von enorm treibenden Rythmen, präzisen Beats und süffigen Gitarrenfluten in seinen monströsen Bann zieht. Da pfeifen wir doch mal auf den monoton geratenen Gesangsbeitrag, der die beklemmende Grundstimmung lediglich untermauert.

Gesondert einen Track zu erwähnen ist auf "The Application Of Loneliness, Ignorance, Misery, Love and Despair - An Introspective of the Human Condition" (Nile bekommen ernsthafte Konkurrenz!) müßig. Wer allerdings die frühen Black Sabbath liebt, sollte sich elf minütige "The Water" zu Gemüte führen, wer den modernen Groove vorzieht, möge sich "Elation" und "All Rise, All Fall" reinkippen - und derjenige, der dann immer noch meint, das sei lediglich lächerliches Warmduscher-Programm, muss mit dem zähflüssig-doomigen "To Be Watches Upon" in den Ring steigen. Audiosklaven, die sich in solch tristen Gefilden irgendwo zwischen Hardcore, Industrial, Postpunk, und Sludge pudelwohl fühlen, sollten sich das bisher meist ausgereifte und am stärksten produzierte Werk von October File keinesfalls entgegen lassen, was mich zu einer Warnung veranlasst: Teletubbie-Rocker - unbedingt Hände weg ....!!!

Trackliste
  1. I Fuck The Day
  2. Heroes Are Welcome
  3. Reinvention
  4. The Water
  1. Elation
  2. Upon Reflection
  3. Where The Clouds Meet The Horizon
  4. To Be Watched Upon
Running Wild - Crossing The BladesTarja - In The RawIvory Tower - StrongerPretty Maids - Undress Your MadnessWednesday 13 - NecrophazeStatus Quo - BackboneExhorder - Mourn The Southern SkiesFighter V - FighterSoen - LotusHelloween - United Alive
© DarkScene Metal Magazin