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Witherfall
Nocturnes And Requiems
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456 Classic Reviews
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Cover  
Witherfall - Nocturnes And Requiems (CD)
Label: Century Media
VÖ: 06.10.2017
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Art: Review
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Werner
Werner
(952 Reviews)
9.0
Dass das – bis vor kurzem nur als Eigenpressung erhältliche – "Nocturnes And Requiems" Album nun als offizielle Label-Ausgabe einer breiteren Zunft zugänglich gemacht wurde, ist mehr wie berechtigt und war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Denn erstens ist die Qualität dieses Rundlings in nahezu allen Belangen überragend, fürs zweite ist Witherfall Gitarrist Jake Dreyer erst heuer bei den, ebenso im Hause Century Media einquartierten Iced Earth dazu gestoßen, fürs dritte hätten etliche Freaks mit Hang zum progressiven Power Metal diese wertvolle Entdeckung wahrscheinlich nicht so schnell gemacht.

Die Vorgeschichte zu diesem Scheibchen hat leider einen bitteren Beigeschmack: das von Adam Sagan (ex-Circle II Circle) exzellent eingespielte Debüt ist quasi das letzte Lebenszeichen des Drummers – Adam verstarb noch während der letzten Studiophase im Dezember 2016 an den Folgen eines Lymphoms. Wonach es unumgänglich war, dieses kleine Meisterwerk ihm höchstpersönlich zu widmen – R.I.P. Adam!

Die anspruchsvolle, atmosphärische, sowie songdienlich-virtuose Ausrichtung dieser US-Truppe ist alles, nur kein Audio-Fastfood Vergnügen. Waren letztes Jahr Them mit "Sweet Hollow" (zum Review) die alles überstrahlende Combo, deren Horror Konzept – inspiriert vom geschminkten Schleifsteinkönig – voll aufging, so sind es heuer Witherfall mit einer ähnlichen Intention, ein kräftiges Statement auszurufen. Auch was die Idee einer Gesamtkonzeptstory betrifft. Dramatik und Melancholie ergänzen die Eckpfeiler des mal aggressiven, mal weicher gestylten Witherfall Sounds, der vor allem Namen wie Nevermore oder Redemption aus dem kollektiven Gedächtnis hervor kitzelt. Aber keine Sorge: der kraftvolle und brillante Gesang von Joseph Michael (ex-White Wizzard) bleibt von Eunuchen-Tönen bis auf ganz wenige Ausnahmen fern. Edle Akustikgitarrenparts findet der geneigte Hörer während dieser meist spannungsgeladenen 47 Minuten übrigens genauso vor.

Apropos. Dass mit Jack Dreyer kein „Zniachtl“ bei Iced Earth verpflichtet werden würde, war schon klar, allerdings ist der erst fünfundzwanzigjährige Saitenflitzer auch mit satten Songwriting-Skills ausgestattet, sodass man "Nocturnes And Requiems" bereits jetzt schon eine gewisse Langzeitwirkung attestieren kann. Lediglich die ein oder andere dahin gezogene Phase verhindert hier die Höchstnote. Neben der obligatorischen Vinylversion bietet das Dortmunder Label eine – im Vergleich zum Jewelcase-Original – fein aufpolierte Digipak Ausgabe inklusive Stickerset an.

Trackliste
  1. Portrait
  2. What We Are Dying For
  3. Act II
  4. Sacrifice
  1. The Great Awakening
  2. End Of Time
  3. Finale
  4. Nobody Sleeps Here
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