HomeNewsReviewsBerichteTourdaten
ImpressumKontakt
Anmeldung
Benutzername

Passwort


Suche
SiteNews
Review
Powerwolf
The Sacrament Of Sin

Review
Deicide
Overtures Of Blasphemy

Review
U.D.O.
Steelfactory

Review
Striker
Play To Win LP

Review
Striker
Play To Win
Upcoming Live
Innsbruck 
Salzburg 
Wien 
Berlin 
Bochum 
Frankfurt am Main 
Freiburg 
Hamburg 
Kassel 
Köln 
Leipzig 
Ludwigsburg 
Mannheim 
Nürnberg 
Osnabrück 
Saarbrücken 
Stuttgart 
Dübendorf (Zürich) 
Luzern 
Pratteln 
Zürich 
Assago (Mailand) 
Prag 
Budapest 
Statistics
5812 Reviews
457 Classic Reviews
276 Unsigned Reviews
Anzeige
Cover  
Khemmis - Desolation (CD)
Label: 20 Buck Spin
VÖ: 18.06.2018
Homepage | Twitter | Facebook
Art: Review
Professor Röar
Professor Röar
(123 Reviews)
9.5
Doom-Metal erlebt ja seit einigen Jahren eine Art Renaissance. Während die Helden aus den 80ern entweder durch Schweigen (St. Vitus), Abwesenheit (Solitude Aeturnus) oder Durchschnittlichkeit (Candlemass) auffallen, hauchen unzählige Jung-Doomsters der Szene beinahe täglich neue Langsamkeit ein. Egal um welche Spielarten des Slow-Slow-Metals es sich hierbei handeln mag, es ist für jede(n) etwas Neues am Köcheln – Classic Doom, Epic Doom, Sludge Doom, 70s-Doom oder Doom-Core.

Die größte Hoffnung derzeit am Epic Doom-Horizont sind aber sicher die Amerikaner Khemmis, die mit "Desolation" auf Nuclear Blast schon mit ihrem dritten Werk aufwarten können. War die Band zu Zeiten des Debuts "Absolution" noch ein absoluter Insider-Tipp, den man außerhalb der Heimatstadt Denver kaum wahrnahm, so gelang Khemmis mit dem Zweitling "Hunted" der Sprung ins internationale Rampenlicht und in die Best-of-Listen zahlreicher Magazine. Decibel Magazine erklärte "Hunted" gar zum Album des Jahres und trat damit eine Art Mini-Hype um die Denver-Doom-Szene los.

Nicht nur optisch sind Khemmis Vertreter einer oft abfällig als Hipster-Metal gebrandmarkten Welle an neuen Bands, die neben der Kultivierung langer Bärte auch für sich verbuchen können, Genregrenzen niederzureißen und Fans verschiedenster Spielarten moderner Rockmusik für sich begeistern zu können. Somit verwundert es nicht, dass Khemmis gemeinsam mit Myrkur und Wolves in the Throne Room tourten, beides Bands/Projekte, die den eng gesteckten Rahmen des Black Metal durchbrechen und dadurch vom veganen Hippie bis zum kuttentragenden Traditions-True-Metal-Anhänger alle Fans harter Rockmusik ansprechen – nur eben nicht die arg faschistoiden Black Metal-Puristen, die in ihrer Verbohrtheit immer noch eine schwarz-braune Märchenwelt voll brennender norwegischer Kirchen herbeisehnen, während ringsherum schon seit Ewigkeiten der Post-Metal für kollektives, genreverweigerndes Umarmen sorgt.

Trotz aller Hipster-Affinität bieten Khemmis jedoch erstaunlich viel Reibungsfläche für traditionsbewusste Metal-Fans. Hier treffen tonnenschwere Gitarrenwände auf Iron Maiden-artige Gitarrenläufe, das Tempo ist durchaus variabel und die Songs großartig abwechslungsreich. Dazu hat man mit Phil Pendergast einen sehr fähigen Vokalisten an Bord, der mit seinem kraftvollen Gesang auch in den düstersten Momenten für große Melodien garantiert. Was Khemmis beinahe einzigartig macht, ist der spärliche, aber stetig wiederkehrende Einsatz von Growls, der manche Passagen schon durchaus in die Black Metal-Ecke rücken kann, nur um im nächsten Moment wieder Platz für Twin-Gitarren oder zarte Akustik-Intermezzos zu machen. Zu den sechs allesamt superben Songs, von denen der längste erst nach über 9 Minuten durchs Ziel geht, gesellt sich eine phantastische Produktion, die modern klingt, jedoch niemals klinisch überproduziert wirkt, sondern organisch und vor allem absolut transparent alle Nuancen des Khemmis'schen Sounds transportiert.
Zu alledem gibt’s dann noch ein absolut cooles Fantasy-Cover mit dem quasi Bandmaskottchen, einem Gandalf-Lookalike, und Texten, die es durchaus lohnt zu lesen, denn hinter all den Fantasy-Elementen gibt es bei Khemmis immer auch etwas zum Nachdenken.

Somit vergibt der Professor für "Desolation" 9 von 10 Gandalf-Bärten und dazu noch eine halbe Zauberkutte mit Hörnern, in der Gewissheit, dass ein gutes Doom-Album niemals zu früh kommt, ebensowenig zu spät. Es trifft genau dann ein, wenn es richtig ist.

Trackliste
  1. Bloodletting
  2. Isolation
  3. Flesh To Nothing
  1. The Seer
  2. Maw Of Time
  3. From Ruin
Powerwolf - The Sacrament Of SinDeicide - Overtures Of BlasphemyU.D.O. - SteelfactoryStriker - Play To Win LPStriker - Play To WinIronflame - Tales of Splendor and SorrowWarrel Dane - Shadow WorkUriah Heep - Living The DreamDisturbed - EvolutionSuede - The Blue Hour
© DarkScene Metal Magazin