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Cover  
Chastain - Mystery Of Illusion (CD)
Label: Shrapnel/roadrunner
VÖ: 1985
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Art: Classic
DarksceneTom
DarksceneTom
(2985 Reviews)
Wir schreiben das Jahr 1985. Ex-TARGET und SPIKE Musikus David T. Chastain findet bei Mike Varney’s Kult Label Shrapnel eine neue Heimat um das Debüt seiner neuen selbstbetitelten Metal Combo auf die Bangerwelt los zu lassen. Mit der charismatisch rau tönenden Ex-RUDE GIRL Frontröhre Leather Leone am Mikro, werden CHASTAIN schnell zur Underground Größe und schaffen es die Metal Fans rund um den Globus mit ihrer sehr eigenständigen Mischung aus klassischem US-Metal und Hard Rock zu begeistern.

Auf das tolle, hier rezensierte Debüt folgen bei CHASTAIN ebenso viel Licht wie Schatten. Schlägt der etwas rockig und dreckigere Nachfolger "Ruler Of The Wasteland" noch in die selbe Geilheitskerbe wie sein großer Bruder, machen sich bereits bei "The 7th Of Never" und "Voice Of The Cult" leichte Abnützungserscheinungen breit, ohne das Endprodukt gänzlich zu demolieren. Spätestens ab "For Those Who Dare" ist aber kreative Schicht im Schacht. Alle folgenden Werke entpuppen sich als solide, aber austauschbare Metal Alben und locken – zumindest mir – ebenso wie die Solowerke des Meisters, nicht mehr als ein flaues Lüfterl aus den Lenden.

Nun aber zurück zum heutigen Objekt der Begierde. "Mystery Of Illusion" hat ohne Frage alles, was man sich von einem 80er Metal Album erwartet. Nostalgisches US-Metal Flair, eine herrlich druckvolle und dennoch raue Produktion, abwechslungsreiches state-of-the-art Songwriting und genau jene Note Eigenständigkeit und Charme, die aus einem sehr guten Werk auch Dekaden danach noch einen Klassiker macht. Nach kurzem Intro fegt bereits der knallharte „Black Night“ aus den Boxen. No Compromise! Amistahl ohne Rücksicht auf Kommerz und die in seiner Heimat zu dieser Zeit so populäre Glam- und Sleaze Attitüde. Purer Stahl steht am Programm um die Fahne des US-Metal gen Himmel zu strecken und in schnellen Bangern wie „I’ve Seen Tomorrow“, “Fear No Evil” oder dem grandiosen „When The Battle’s Over“ seine räudige Entfaltung zu finden.

CHASTAIN waren nicht geboren um komplizierte Songs zu spielen, diese Band war nicht dafür geschaffen um Überraschung oder Innovation in die Welt zu tragen. Nein, trotz der großen handwerklichen Klasse eines Herrn David T. Chastain wird hier ausschließlich songdienlich gestromt und astreine Metal Kunst zelebriert, die sich ohne Umwege in die Nackenmuskulatur fräsen. Natürlich lässt die großartige Gitarrenarbeit des Meisters immer wieder staunen, ohne Frage muss man Hymnen wie den majestätisch und pompös stampfenden Titeltrack oder die herrlich intensive Ballade „Endlessly“ erst mal schreiben. Genau solche auf Endzweck produzierten Momente zeichnen CHASTAIN aber aus. Hier wird nicht geprotzt oder gekleckert, hier wird Heavy Metal in Reinkultur exerziert und genau das macht ein Album wie "Mystery Of Illusion" bis heute so wertvoll. Veredelt von einer nostalgisch, jedoch aufgrund ihrer trockenen Härte bis heute so effizient auf den Punkt gebrachten Produktion, und die immer wieder unglaublich maskulinen Reibeisenvokals von Lady Leather, hat sich dieses Stück Musik einen ganz speziellen Platz in meiner persönlichen Ruhmeshalle der schier unüberschaubar scheinenden US Metal Szene redlichst verdient und diesen bis heute erfolgreich verteidigt.

CHASTAIN waren und sind sicher keine übergeniale Band, und die ganz großen der unsterblichen Meilensteine klingen wohl auch anders. Jeder aber, der wieder mal ein wenig in die goldenen 80er Jahre des US-Metal eintauchen möchte, jeder einzelne, der mal wieder einen ganz fetten Happen Nostalgie und Charme dieser so großen Zeit entdecken will, der wird bei hier beschriebenem Eisen ebenso befriedigt werden, wie bei seinem dreckig geilen Nachfolger "Ruler Of The Wasteland".
Den Rest des Discographie kann man getrost vernachlässigen, diese beiden Alben sollte man aber – vornehmlich auf Vinyl wohlgemerkt, denn genau bei solchen Werken wird’s erst richtig charmant wenn’s knistert - zumindest mal gehört haben!

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