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7.5
Ob die Finnen für "Netherworlds" nun wirklich ein nicht genütztes Katatonia-Artwork der 90er Jahre verwendet haben, werden wir sicher nie erfahren. Der Inhalt der mittlerweile zehnten Scheibe einer der konstantesten Melodic-Death Metal Bands Skandinaviens kann sich jedenfalls wieder hören lassen. Insomnium liefern wieder alles, was das Genre hergibt. Sie liefern klasse, gekonnt und stilsicher und sie liefern die nächste sehr gute Scheibe ihrer mittlerweile knapp 30-jährigen Karriere ab. Den lang erhofften, den ersehnten, aber nie restlos vollzogenen Sprung von "sehr gut" zu "genial" schaffen die Nordlichter aber wieder nicht. "Netherworlds" ist gut, schafft es aber "wieder nicht" über volle Albumlänge so spannend und fesselnd zu klingen, dass mal eine absolute Höchstnote drin wäre.
Wir jammern hier natürlich auf verdammt hohem Niveau, denn "Netherworlds" ist ein spitzen Album, auf dem Insomnium wieder alle Register des Genres ziehen. Starker Sound in bester Scandinavian-Melo-Death-Manier mit superben Melodien, markanten Growls, düsterem Klargesang und einer gehörigen Portion Melancholie. So geht das, wenn man im Windschatten der Ikonen und Wegbereiter unterwegs ist und dabei epochal und breitwandig klingt. Dabei klingen Insomnium immer großartig, aber eben auch gefühlt sehr oft wie eben schon sehr oft zuvor und wenn man nicht der totale die-hard Fan ist, kann man sich mitunter schon im Sound der Finnen verirren. Die großen Peaks und die ganz großen Momente, bei denen man so richtig durchdrehen will oder vielleicht gar Gänsehaut bekommt, die schaffen Insomnium leider zu selten. Ein "Song Of The Dust", ein "While We Sleep", "Conjurer" oder "White Christ" waren solche überragenden Songs mit dem "Gewissen Etwas". Da haben sie schon gezeigt, dass sie es könnten. Aber es waren eben immer nur vereinzelte Songs und dieses Schicksal teil nun eben auch "Netherworlds". Zumeist fühlt man sich souverän und solide bekannt unterhalten, manchmal spitzt man angesichts der Klasse kurzerhand richtig die Ohren: "Shadowlife" ist einfach gut, "Rememberance" überzeugt und die Gitarrenmelodie und der Hitfaktor von "Gleam In The Black" ist unumstritten klasse. Zudem lässt das ausladende "The Hour Grows Late" aufhorchen und ist ein durchwegs emotionaler Song wie "Ethereal Sleep" eine wohltuende Ergänzung zum engen Klangkosmos der Nordmannen. Das wars dann und mehr kann und muss man über ein weiteres, souveränes und klasse umgesetztes Album von Insomnium auch gar nicht sagen! Insomnium haben mit "Netherworlds" eine weitere sehr gute Platte mit einigen wirklich starken und vielen soliden Songs am Start. Den allerletzten Zacken Genialität und das restlos zwingende Momentum, das sie von einer sehr guten, zu einer genialen Melodic Death Metal Band machen, können sie aber wieder nicht über volle Albumlänge heraufbeschwören. Die Finnen spielen weiter "ganz oben" mit und sie bleiben ein Garant für starken Melodic Death Metal. Den Anspruch auf die Champions League des Genres können sie aber auch diesmal nicht behaupten, dafür klingt auch das neue Werk zu wenig herausragend und nachhaltig. Insomnium teilen ein ähnliches Schicksal wie die großartigen Barren Earth oder Ghost Brigade. Sie sind eine Klasse für sich und veröffentlichen tolle Alben. Am Thron jedoch, der von Amorphis, Dark Tranquillity oder stilistisch mitunter auch von Katatonia besetzt ist, können diese Bands einfach nicht rütteln – und wenn überhaupt, dann nur vorübergehend und vergeblich mit einzelnen Songs Trackliste
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Reviews
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