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Grundsätzlich braucht man auch trotz fast 40-jähriger Bandpräsenz natürlich keine weitere Therion Liveplatte und ich kenn auch wenige, die wirklich darauf warten. Nun ist "ConOrquesta (live in Mexico)" aber da und so hör ich es mir eben auch an, denn obwohl die letzten Therion-Platten vollkommen verzichtbar waren, haben die Schweden mit ihren Werken bis "Lemuria / Sirius B" richtig groß und innovativ geliefert und in ihren frühen Tagen haben sie natürlich auch mich regelmäßig begeistert.
Wer live bei der Mexico Oper dabei war und wer Therion bis heute bedingungslos folgt, der wird wohl auch seine Freude an den wirklich interessanten Arrangements der gebotenen Songs haben. Spielerisch und künstlerisch ist die Band um Mainman Christofer Johnsson und Ausnahmesänger Thomas Viskström (bekannt nebst Brazon Abbot und Stormwind vor Allem vom großartigen Candlemass-Album "Chapter VI") zweifellos erhaben. Nach fast vier Dekaden und mit ihrem großen Vermächtnis als Urväter eines Genres, haben Therion ja auch alles Recht der Welt um sich und ihre Kunst mit ihrem Gefolge zu feiern. So haben die Schweden 2024 in Mexico City vor 11.000 frenetischen Fans zur Messe gebeten und diese auch bis ins Letzte zelebriert. Im Konzertfilm und somit in Bild und Ton ist das wirklich cool anzusehen. Rein auf Platte nerven das extensive Operngehabe und die klirrenden Stimmen mitunter aber heillos, zumal man sich ohne visuelle Unterstützung leicht im Sound verliert. In Bild und Ton wirkt das Orquesta Sinfónica Nacional de México, das den Therion-Songs und deren Balance aus Klassik und symphonischen Metal unter der künstlerischen Leitung von Dirigent Rodrigo Cadet und Komponist Bernardo Lorentze eine vollkommen neue Note verleiht, indes richtig gut. Interessant und für echte Fans wohl wirklich prickelnd sind alle die neu ergänzten Intros, Zwischenspiele und die lateinamerikanische Note, die extra für diesen Event kreiert wurden. So verschmilzt der Sound noch intensiver zu einer Melange aus Klassik und Symphonic Metal. Wer eben diese Collage aus Klassik und Metal nie mochte, der wird hier natürlich noch eine Extra-Fieberblase abbekommen. Wer den symphonischen Mix jedoch immer noch hungrig verfolgt, der kann sich bei "ConOrquesta (live in Mexico)" an großem Kino laben. Der markante und unverwechselbare Therion-Sound erstrahlt mit der Orchester-Wucht und dem riesigen Chor in voller Pracht, wenn Vikström (Tenor), Lori Lewis (Sopran) und Rosalia Sairem (Sopran) in epochaler Manier als Hauptprotagonisten durch die theatralische Show geleiten, die vor Wucht, Bombast und Spielfreude strotzt. Die Setlist kann man natürlich diskutieren. Mir als Fan der ersten Phase hätten mehr alte Songs besser getan, als manch jüngere und natürlich munden mir die frühen Taten deutlich am besten. So ist "Lemuria" in seinem Latino-Kleid ein Genuss und ebenso traumhaft, wie das umwerfende "Blood Of Kingu", das gefeierte "The Rise Of Sodom And Gomorrah" oder das unsterbliche Referenzstück "To Mega Therion". Mit 20 Songs im Stile einer Best-Of ist aber wohl eh für jeden was dabei, ausgeschmückt von der ein oder anderen unkonventionellen, aber gekonnten Chanson- und Pop-Covernummer. Letztlich ist "ConOrquesta (live in Mexico)" also dann also doch mehr, als eine weitere Therion Liveplatte. Es ist eine mitunter mutige und durch die Arrangements der Mexikanischen Dirigenten und Komponisten zum Teil sehr authentisch lateinamerikanisch klingende Neuinterpretation in opulentem Klanggewandt und somit etwas andere Retrospektive des Schaffens einer der wegweisendsten und relevantesten Bands der 90er Jahre. Wer Therion folgt, der muss hier mitmachen. Der Rest tut’s eh nicht und das ist dann wirklich auch in Ordnung…. Trackliste
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Reviews
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