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Cover  
Hellripper - Coronach (CD)
Label: Century Media
VÖ: 27.03.2026
Homepage
Art: Review
TobSta
TobSta
(130 Reviews)
8.5
Das Ein-Mann-Kommando HELLRIPPER von Multiinstrumentalist James McBain aus Aberdeen/Schottland besteht seit 2014 und mauserte sich über die Jahre zu einer festen Größe im internationalen Extreme Metal. Bekannt ist HELLRIPPER für die temporeichen, dreckigen und eingängigen Tracks, die aus einem Mix von Black und Speed Metal bestehen und eine ungefilterte Energie auf die Hörer loslassen. Mit der EP "The Manifestation of Evil" (2015) setzte McBain das erste Ausrufezeichen, bevor das 2017er Debüt "Coagulating Darkness" die Szene richtig aufhorchen ließ. 2020 folgte "The Affair of the Poisons", und spätestens mit "Warlocks Grim & Withered Hags" (2023) entfesselte HELLRIPPER all seine Stärken zu einem Werk, das Raserei und Detailverliebtheit in bockstarker Weise vereint. Auch Veröffentlichungen wie "Black Arts & Alchemy oder Fork-Tongued Messiah / Punk Rock Classic" unterstreichen die Emsigkeit des Schotten, die mit einem Vertrag bei Century Media Records belohnt wurde. An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass James McBain sämtliche Instrumente, Gesang und Texte selbst in der Hand hat und seine Leidenschaft, sein Traditionsbewusstsein und seine Hingabe die Quelle von HELLRIPPER sind.

HELLRIPPER - "Hunderprest" (OFFICIAL VIDEO)



“Ich finde, dieses Album klingt ‘kälter’ als das vorherige“, merkt McBain an. “Mit jedem Album, das ich mache, habe ich das Gefühl, dass der Gesamtsound vielfältiger wird, aber zugleich geschlossener in Ton und Atmosphäre. Man findet Einflüsse von allem Möglichen – von VENOM und MERCYFUL FATE bis hin zu WATAIN, OPETH und MANIC STREET PREACHERS – alles verpackt in ein schönes Speed-Metal-Gewand! Ich wollte, dass jeder Song etwas enthält, das ich zuvor noch nie gemacht habe, sei es der Einsatz eines anderen Instruments oder die Art, wie ein Stück beginnt. Ich denke, jeder Track bietet irgendeine Form von Überraschung.“

Für das kommende Album "Coronach" wurden alle Songs allein von ihm komponiert, eingespielt und arrangiert – von Piano, Synthesizer, Cello und Violine bis hin zu Dudelsäcken. Was den Inhalt seiner Songs angeht, so schöpft McBain weiter aus schottischer Historie, Mythologie und Folklore. Er kombiniert Einflüsse von Sir Walter Scott, Robert Louis Stevenson und historischen Verbrechen mit eigenen Interpretationen. Inhaltlich ist "Coronach" ein Schlachtruf von Aberdeens Speed-Metal-Krieger und benannt nach dem improvisierten gemeinschaftlichen Gesang, der in Schottland und Irland traditionell bei Beerdigungen und Totenwachen angestimmt wird.

“Jeder Song auf diesem Album bezieht sich – wie schon auf dem vorherigen – in irgendeiner Weise auf Schottland, aber ich habe diesmal ein paar unterschiedliche textliche Ansätze ausprobiert“, erklärt McBain. "Kinchyle (Goatkraft and Granite)" basiert auf meiner Zeit des Aufwachsens im Nordosten Schottlands – natürlich mit einem typischen HELLRIPPER-Twist –, während "Mortercheyn" eher in eine punkigere Richtung geht und sich mit dem Niedergang der Gesellschaft auseinandersetzt. Es gibt Stücke, die von der Poesie von Sir Walter Scott inspiriert sind, von Horrorgeschichten Robert Louis Stevensons, von den realen Verbrechen von Burke & Hare und natürlich auch wieder von Legenden und Folklore wie in "Hunderprest" und "Baobhan Sith (Waltz of the Damned)". Die Horrorgeschichten und die Folklore passen einfach perfekt zur Musik von HELLRIPPER – deshalb ergibt es Sinn, stärker in diese Richtung zu gehen.“

HELLRIPPER - "Coronach" (LYRIC VIDEO)



Starten wir also mit dem eben erwähnten "Hunderprest" in die neue HELLRIPPER-Scheibe und lassen uns die tollwütigen Gitarren, die nervenzerfetzenden Drums und den typisch räudigen Gesang in die Gehörgänge ballern. Inhaltlich geht es in "Hunderprest" um die Legende des sogenannten “Hundepriesters”, dem Vampir von Melrose Abbey: Ein sündiger Kaplan, der wegen seiner Jagdausritte mit einer Hundemeute zu seinem Spitznamen kam, soll nach seinem Tod keine Ruhe gefunden haben. Der Überlieferung nach erhob er sich nachts aus seinem Grab, um die Dorfbewohner – und seine ehemalige Geliebte – heimzusuchen und seinen Blutdurst zu stillen. Der Song hat tolle Gitarrenstrecken und ist absolut moshpit-tauglich. In "Kinchyle (Goatkraft and Granite)" gibt es einiges an schnellem Death Metal auf die Mappe, der Refrain bleibt hängen und dürfte auch geneigten Luftgitarristen gefallen.

Im Gegensatz zu den beiden ersten Tracks geht es in "The Art of Resurrection" ruhig los, und erst nach ein paar Sekunden wird der Song schneller, bleibt aber recht melodisch und hat mehr Rockanteile statt des üblichen Speed-Geballers. Mit okkulten Vibes ist "Baobhan Sith (Waltz of the Damned)" ausgestattet, und um euch ein bisschen Hintergrund zu vermitteln, gibt es ein paar Infos zur Baobhan Sith (ausgesprochen baa-van schee), die eine bösartige weibliche Fee aus der schottischen Folklore ist, die oft als eine Art Vampir oder Succubus dargestellt wird. Sie ist dafür bekannt, einsame Wanderer oder Jäger in den Highlands zu verführen und zu töten. "Blakk Satanik Fvkkstorm" schrammelt blasphemisch und konsequent nach Art des Hauses, genauso wie "Sculptor’s Cave" und "Mortercheyn". Kultig ist schon jetzt "Coronach", eine brutal atmosphärische Nummer, die einen in eine gewisse Stimmung versetzt, und liest man die Worte von James McBain über den Titelsong, wird das Gefühl noch intensiver:

“Ein Coronach ist ein Klagelied, das traditionell bei Beerdigungen in den schottischen Highlands gesungen wird. Verflochten mit meinen eigenen Worten ist das gleichnamige Gedicht von Sir Walter Scott, das als Inspiration für diese Geschichte diente: die Beerdigung einer ambivalenten und mysteriösen Figur, die von ihrer Gemeinde für ihre Heldentaten verehrt wurde, deren Leben jedoch viele dunkle Geheimnisse barg. Neben dem Text ist der Track für mich auch ein musikalisches Experiment. Er wurde in erster Linie vom Thrash Metal der späten 80er Jahre sowie von Bands wie BATHORY, GALLOWBRAID und ATLANTEAN KODEX beeinflusst. Eine Prise Post-Punk, eine ordentliche Portion Gitarrenharmonien im Stil von IRON MAIDEN, einige klassische Anspielungen und Dudelsäcke, die in der Ferne verklingen: Dieser Song fühlt sich wie der perfekte Abschied vom Album an.“

Dem Satz:
“Dieser Song fühlt sich wie der perfekte Abschied vom Album an.” kann ich nur beipflichten und lasse ihn so stehen.

HELLRIPPER - "Kinchyle (Goatkraft And Granite)" (OFFICIAL VIDEO)



"Coronach" ist für mich von der ersten bis zur letzten Sekunde eine kompromisslose Abrissbirne – und die clever gesetzte Songreihenfolge trägt enorm dazu bei, dass sich diese dichte, unheilvolle Atmosphäre komplett entfalten kann. Ich hatte durchgehend Bock, mich tiefer in diese creepy Extreme-Metal-Reise ziehen zu lassen, mich in den Geschichten zu verlieren und einfach zu feiern, dass es Künstler wie HELLRIPPER gibt, die einen so mühelos in ihren Bann schlagen. Klar, man kann die ganze Zeit moshen oder headbangen – aber "Coronach" ist eben mehr als nur Tempo und Krawall. Die Platte ist vielseitig, abwechslungsreich, düster und gleichzeitig herrlich rotzig, mit genug Drive und Eingängigkeit, dass eigentlich kein Metaller daran vorbeikommt, der auf diesen explosiven Mix aus Black, Speed und Thrash Metal steht.
Trackliste
  1. Hunderprest
  2. Kinchyle (Goatkraft and Granite)
  3. The Art of Resurrection
  4. Baobhan Sith (Waltz of the Damned)
  1. Blakk Satanik Fvkkstorm
  2. Sculptor’s Cave
  3. Mortercheyn
  4. Coronach
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