TIMELESS RAGE sind eine deutsche Symphonic-Power-Metal-Band aus Villingen-Schwenningen, die 2012 gegründet wurde und seither die EP
"Forecast" (2013) sowie den Longplayer
"Untold" (2022) veröffentlicht hat. Die Band um ihren
neuen Sänger Nicolaj Ruhnow, die Gitarristen Christian Pirch und Michael Benk, Keyboarderin Anna Keil, den neuen Bassisten Daniel Wengle und Schlagzeuger Klaus Buchfink veröffentlicht am 27. März 2026 ihren zweiten Langspieler
"My Kingdom Come" über
Metalapolis Records.
Musikalisch soll sich
"My Kingdom Come" in fünf Kapiteln, die sich zwischen orchestraler Opulenz und kompromissloser Metal-Power bewegen, um die großen Themen Macht, Freiheit, Rebellion, Liebe, Schuld, Krieg sowie den Kreislauf von Leben und Tod drehen. Sie verweben theologische, mythologische und menschliche Perspektiven miteinander und hinterfragen moralische Gewissheiten ebenso wie religiöse und gesellschaftliche Strukturen. Wie sich das anhört, checken wir jetzt.
Timeless Rage – "We All Shall Fall" (Official Lyric Video)
"My Kingdom Come" eröffnet mit schönen Melodiebögen und raumgreifenden Vocals, die mal sehr clean und mal mit ein bisschen Drive ausgestattet sind. Der melodische Power-Ansatz kommt hier deutlich zum Vorschein, wenngleich
TIMELESS RAGE ein paar Ecken und Kanten haben, die man im üblichen Melo Metal eher nicht findet.
"The Seed of Fear" wirkt in Sachen Gesang ein Stück weit getragen, kommt mit einer gewissen Theatralik, die Tiefe verleiht und die Story greifbarer macht. Musikalisch haben
TIMELESS RAGE einiges zu bieten und servieren neben den melodischen Parts auch knackige Gitarrensoli. Symphonisch eindrucksvoll eröffnet
"The Devil’s Masquerade" und ist im Verlauf eine temporeiche Nummer, die durchaus den ein oder anderen Headbanger hervorlocken kann und auch mir den ein oder anderen Kopfnicker entlockt. Ich finde auch die Backing-Vocals toll; sie unterstreichen die Stimme von Nicolaj Ruhnow und verleihen ihr eine klangvolle Farbe. Schwerter klingen in
"Conquistadores" und verleihen dem Lied einen coolen cineastischen Effekt.
Timeless Rage – "A Vamprier’s Legacy" (Official Lyric Video)
Sehr stark ist hier auch wieder die Gitarrenfraktion, die sowohl mit akustischer als auch mit E-Gitarre Spaß macht. Wie vielseitig der Gesang ist, zeigt sich nicht zuletzt in
"Moonbite Serenade", und hier finde ich die Gesangsleistung verdammt stark – so viele verschiedene Stimmungen werden hier transportiert, und das natürlich auch von den Instrumentalisten; ohne sie gäbe es keine Atmosphäre und keinen melodischen Zauber. Drama liegt in der Luft, während
"A Vampire’s Legacy" den Raum mit symphonischer Düsternis erfüllt;
"Regrets" kommt erneut mit akustischer Gitarre zu getragenem Gesang. Das kurze Intermezzo geht in
"The Enemy Is You" über, einen schnellen, drückenden Song, der in seinem Fahrwasser durchaus wütend wirkt und Wellen entfacht. Power Metal im engeren Sinne kredenzen
TIMELESS RAGE in
"We All Shall Fall", ohne die symphonischen und melodischen Elemente außer Acht zu lassen, und trotzdem gehört
"We All Shall Fall" zu den knackigen Nummern auf der Scheibe.
"The Pale Death" schließt das Album ab und verkündet zugleich die positive Botschaft, dass
"The Pale Death" nicht das Ende ist, klingt komisch, ist aber so.
TIMELESS RAGE – "The Devil’s Masquerade" (Official Music Video)
"My Kingdom Come" ist ein anspruchsvolles Album, das sich am besten mit Lyricsheet genießen lässt, um der durchgängigen Story zu folgen und euch einfühlen zu können.
TIMELESS RAGE liefern hier ein gutes Symphonic-Power-Metal-Album ab, das mit Wucht, emotionaler Tiefe und dezenten proggigen Vibes punktet. Für Genre-Fans ist die Platte ein Erlebnis – vor allem für Hörerinnen und Hörer, die Wert auf Storytelling und konzeptionelle Zusammenhänge legen.
Neutral betrachtet dürfte es
"My Kingdom Come" im dichten Veröffentlichungsdschungel allerdings nicht ganz einfach haben. Der Anteil an symphonischen und melodischen Elementen ist hoch, während klassischer Power Metal etwas weniger im Vordergrund steht. Zwar bringen
TIMELESS RAGE Ecken und Kanten mit, doch stellenweise wirkt das Material sehr clean, was nicht jeden Fan gleichermaßen abholen dürfte. Trotzdem ist
"My Kingdom Come" ein gutes Album und ein würdiger Nachfolger von
"Untold".