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Cover  
Sleep Token - Even In Arcadia (CD)
Label: RCA
VÖ: 2025
Homepage
Art: Review
DarksceneTom
DarksceneTom
(3215 Reviews)
8.0
Es begab sich vor ca. eineinhalb Jahren, als ich meinem Tagwerk nachgehend durch eine Baustelle pirschte und aus der Ferne des Untergeschosses höchst interessante, monumental wuchtige Klänge erschallten. Der Sache auf den Grund gegangen, hat mich der Elektriker meines Vertrauens dann erstmals mit "Take Me Back To Eden" bekannt gemacht. Mit der dritten Scheibe der maskierten Briten von Sleep Token, die letztlich über 350 Millionen Streams haben sollte und dessen Single "The Summoning" auch über schlappe 230 Millionen mal abgeleiert wurde.

Sleep Token haben eine Aura, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.
Dabei sind die Maskierten definitiv keine Metal Band. Sie sind Metal, ja sie sind sogar extrem und verdammt heavy und ihre Riffs sind brutaler, als die vieler anderer. Sie sind aber auch elektronischer Pop und ShoeGaze, sie sind melancholischer Post Rock, R&B, Black Metal, Metal Core und vor Allem sind sie eine zutiefst britische Alternative/Indie Band, deren epische Dramatik in Trap-Elektrobeats ebenso gipfeln kann, wie in Todesblei-Riffwänden oder elegisch ambienten Brit-Klängen
.
Klingt spannend? Ist es auch, wenn auch nicht immer ganz einfach und schon gar nicht sofort greifbar.

"Even In Arcadia" ist nun das vierte Werk und der Einstieg in die neue Scheibe der Briten ist jedenfalls maximal stimmungsvoll und vereinnahmend. "Look To Winward" beginnt wie eine beschwörende Alternative-Modern-Post-Ballade, bevor sich genau jene tonnenschweren Riffwände auftürmen, mit denen sich Sleep Token einst bei mir vorgestellt haben. Der Song ist spannend und großartig orchestriert. Die Gesänge bleiben betörend, ruhig und behutsam und so ist der knapp 8-minütige Opener ein weiterer Exkurs britischen Modern Indie Post Metals mit poppigen Harmonien, ruhigen Gesängen, sich himmelhoch auftürmenden Death Metal Gitarrenwänden und einem schwarzmetallischen Finale. Der Inbegriff des Sleep Token-Sounds.



"Emergence" baut gleich danach gekonnt die balladeske Brücke zwischen Post Rock und melancholischem R&B, verziert von nachdenklichen Gesängen und wehmütigen Piano und Saxophon-Akzenten. Das ist großes Kino und zeigt die vollkommen scheuklappenlose Crossover-Mentalität der Briten in Perfektion.

Natürlich gibt es bei Sleep Token auch diesmal Momente mit denen ich persönlich nicht ganz mitgehen kann. "Past Self" ist ein guter Pop Song, mir aber definitiv zu seicht, zu schwul und zu fad. Macht aber nichts, weil der Song objektiv dennoch gut ist und der Rest der Platte sowieso zumeist besser. Abgesehen von der ein oder anderen Albumlänge zeigt ein beschwörend hartes "Dangerous" sehr deutlich, wie unkommerzielle Gitarrenmusik im Hier und Jetzt mit Stil und Anspruch funktioniert und den Sprung vom Underground ganz an die Spitze schaffen kann. Die gitarrenunterlegte Ballade "Caramel" mit ihrem brachialen Finish, oder das großartige "Provider" sind auch absolute Sahnestücke sphärischer, moderner Musik und wie es sich gehört, gipfelt "Even In Arcadia" letztlich im epischen Finale "Infinite Baths", das sich gegen Ende in einer infernalen und pechschwarzen Metal Orgie aufbäumt, bevor die Reise stilsicher endet.

Sleep Token mit anderen Bands zu vergleichen macht wenig Sinn. Viele Interpreten verschiedenster Genres fallen einem ein, so richtig stimmig will es sich aber dann doch nicht anfühlen. Man muss sich die Briten einfach selber anhören. Man muss weltoffen und scheuklappenlos sein, dann wird man hier wirklich verdammt gut bedient. Wie auch bei den bisherigen Alben von Sleep Token gibt es in meiner Welt zwar auch für "Even In Arcadia" ein Fazit aus viel Licht und ein wenig Schatten. Weil die lichten Momente letztlich in ihrer maximal modernen und zeitgemäßen Inszenierung aber so gut und vehement sind, kann ich das Album getrost jedem ans Herz legen, der bereit dafür ist, auch mal über dem Tellerrad hinaus gut zu speisen.

Auf Dauer klingt "Even In Arcadia" vielleicht eine Spur zu gleichförmig, vielleicht auch eine Nuance zu nachdenklich, sphärisch und verhalten und der ein oder andere durchschlagende Hit wie auf "Take Me Back To Eden" hätte der Scheibe sicher gutgetan. Wenn der Sound von Sleep Token aber die Zukunft ist, dann kann ich das als Metal Fan aber ebenso unterschreiben, wie als bekennender Freund stilvoller Post Rock, Pop, Gothic, Blackgaze und Indie-Klängen.




Trackliste
  1. Look to Windward – 7:45
  2. Emergence -6:26
  3. Past Self – 3:35
  4. Dangerous – 4:11
  5. Caramel – 4:50
  1. Even in Arcadia – 4:28
  2. Provider – 6:06
  3. Damocles – 4:25
  4. Gethsemane – 6:23
  5. Infinite Baths – 8:23
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