Course Of Fate ist eine noch weitgehend unter dem Radar fliegende Aktie aus Norwegen, die man nach dem ersten Beschnüffeln wohl unbedacht links liegen lassen würde. Aber mein lieber Herr Gesangverein - manchmal macht es sich bezahlt, seine Antennen weiter wie sonst auszufahren, also mit Wissbegier in eine (vermeintlich austauschbare) Materie einzutauchen, bevor der flinke Wegwisch-Finger siegt.
Bei aller Vorfreude über das Comeback von
Nevermore darf es auch erlaubt sein, vorerst skeptisch zu sein, was denn da ohne den legendären Warrel Dane (R.I.P.) kommen mag. Dieses Quintett aus Frederikstad spielt in der nahezu selben Liga wie die genannte Seattle-Institution, also vorwiegend in dunklen/dystopischen Gefilden - die üblichen Verdächtigen
Evergrey,
Communic und
Damnations Day lassen weiters grüßen. Straffer und gleichermaßen atmosphärischer Power Metal steht also am Fahrplan, der wiederum viel Tiefgang zum Besten gibt. Der typische Charakter eines Slowgrower's besteht nun eben mal darin, nicht sofort alles von sich preiszugeben, sondern häppchenweise Perlen zu offenbaren. Genau das macht
"Behind The Eclipse" aus. Ein wesentliches Merkmal ist der Gesang von Eivind Gunnesen, der einerseits fragil, andererseits so kraftvoll oszilliert. Wer seinen Progressive-Power Metal weniger hektisch will, stattdessen stramme Heavyness eingefärbt in ästhetischer Melancholie bevorzugt, ist bei einem Kollektiv wie
Course Of Fate also in äußerst kompetenten Händen. Die zentral positionierten Tracks
"So It Goes", Alcolyte
" & "Hiding From The Light+ zeigen die Nordlichter von der stärksten und meist aufwühlenden Seite.
"Behind The Eclipse" ist im Übrigen das dritte Scheibchen der im Jahre 2003 ins Leben gerufenen Gruppe, eine, der noch einiges zuzutrauen ist. Ein rundum gelungenes Gesamtpaket, angefangen von den ausgetüftelten Arrangements über den Hammersound hin bis zur Gänsehautkompetenz. Somit beste Untermalung für die nächste Herbstsaison!