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Godsnake - Stevo über Druck, Entwicklung und Inhale The Noise
Godsnake - Stevo über Druck, Entwicklung und Inhale The Noise  
Fünf Jahre ist es inzwischen her, dass ich GODSNAKE zum ersten Mal im Rahmen von "Poison Thorn" auf dem Zettel hatte – und seitdem ist einiges passiert. Mit "Eye for an Eye" wurde der Sound gefestigt, die Richtung klarer und die Band hörbar eingespielter.
TobSta
TobSta
(17 Interviews)
Mit "Inhale The Noise" steht nun das dritte Album in den Startlöchern – und schon nach den ersten Durchläufen wird deutlich: weniger Schnörkel, mehr Fokus, mehr Wucht. Gleichzeitig hat sich auch im Line-up etwas verändert, was sich zwangsläufig auf das Songwriting der Zukunft auswirkt. Grund genug, diesmal mit Stevo zu sprechen – über musikalische Entwicklung, Druck, Veränderungen und das, was GODSNAKE heute antreibt.

DarkScene: Moin Stevo, der Tobi hier. Wie geht’s dir und den Jungs?

Stevo: Moin Tobi, alles gut bei uns – vielen Dank. Wir sitzen in den Startlöchern und blicken voller Vorfreude dem Release unserer neuen Scheibe entgegen. Hoffe, bei dir ist ebenfalls alles gut.

DarkScene: Wenn du heute auf GODSNAKE schaust – vom Debüt Poison Thorn bis jetzt zu "Inhale The Noise" – was hat sich für dich am deutlichsten verändert?



Stevo: Eigentlich hat sich nicht wirklich viel verändert. Ich denke, dass wir beim Songwriting noch einen kleinen Schritt nach vorne gemacht haben. Außerdem sind die neuen Songs – im Vergleich zu den alten – etwas schwieriger zu spielen.

DarkScene: Beim Debüt hatte ich das Gefühl: viel rohe Energie, „einfach raus damit“. Mit "Eye for an Eye" wurde das Ganze runder, strukturierter. Jetzt wirkt "Inhale The Noise" deutlich fokussierter und direkter. War das für dich ein bewusster Prozess oder hat sich das einfach so entwickelt?

Stevo: Ich glaube, das ist ein natürlicher Prozess, der sich über die Zeit vollzogen hat. Wir versuchen, uns stetig zu verbessern, und aus meiner Sicht ist das Songwriting etwas fokussierter und kompromissloser geworden. Jeder Song hat seine eigenen charakteristischen Merkmale und ist in sich stimmig. Ich glaube, das setzen wir heute konsequenter um als noch früher.

DarkScene: Die Zeit zwischen den beiden ersten Alben war ja alles andere als normal – keine Shows, viel Stillstand nach außen. Hat dich das als Gitarrist eher ausgebremst oder hattest du dadurch sogar mehr Raum, dich intensiver mit deinem Spiel und deinem Writing auseinanderzusetzen?

Stevo: Gefühlt hatte ich etwas mehr Zeit und habe das genutzt, um mich noch intensiver mit der Musik zu beschäftigen. So viel mehr als sonst war es dann aber leider auch nicht, da es für mich und meine Familie eine sehr stressige Zeit war.



DarkScene: Im Line-up hat sich einiges getan – Pepe ist raus, Mark neu dabei, auch wenn er auf dem Album noch nicht zu hören ist. Was hat dieser Wechsel für dich auf musikalischer Ebene bedeutet? Hat sich dadurch dein Ansatz beim Songwriting verändert?

Stevo: Der Wechsel hatte keinen Einfluss auf das Songwriting. Als Mark bei uns einstieg, war das Album bereits im Kasten. Ich freue mich aber bereits auf die Zusammenarbeit mit ihm und bin mir sicher, dass wir als Team gut funktionieren werden. Wir lieben die gleiche Musik und haben einen ähnlichen Geschmack – daher sind das schon mal gute Voraussetzungen.

GODSNAKE -" Lost & Forgotten" (Official Video)



DarkScene: Was mir beim Hören direkt auffällt: weniger Schnörkel, dafür mehr Druck und Direktheit. Ihr seid auf dem Album als Quartett unterwegs – wie stark beeinflusst das deinen Aufbau von Riffs und Songs?

Stevo: Wenn ich Songs schreibe, dann sind sie immer so konzipiert, dass sie auf der Basis von zwei Gitarren gedacht sind. Ich arbeite ja häufig mit Harmonieläufen oder auch Melodien, die beispielsweise im Refrain zusätzlich zur Rhythmusgitarre spielen. Das wäre mit einer Gitarre gar nicht umzusetzen. GODSNAKE würde mit nur einer Gitarre nicht gut funktionieren. Nach Pepes Ausstieg war für uns immer klar, dass wir diese Position neu besetzen würden. Leider war die Platte schon fertig, als Mark bei uns einstieg.

DarkScene: Wenn du auf das Album als Ganzes schaust – gab es so etwas wie eine klare Idee oder ein Konzept, das dich beim Schreiben begleitet hat, oder hat sich die Richtung eher im Prozess entwickelt?

Stevo: Mir ist immer wichtig, dass ein Album abwechslungsreich klingt, die einzelnen Songs ihren eigenen Charakter haben und sich voneinander absetzen. Klar, wir arbeiten vornehmlich mit bewährten Songstrukturen und ähnlichen Abläufen, aber eine gewisse Eigenständigkeit sollte jeder Song haben. Zumindest ist das immer mein Bestreben. Dieses Album hat mehr Clean-Parts als die Vorgänger und verbindet Härte und Melodie noch besser miteinander. Es gab dafür keinen Fahrplan – das ist eher zufällig so entstanden.

DarkScene: Lass uns mal drei Songs rausgreifen:

DS: "Enemy Of Great" – da passiert einiges, gerade in der Dynamik. Wie ist der Song entstanden und was steckt für dich dahinter?

Stevo: Sauber, da hast du meinen persönlichen Lieblingstrack des Albums herausgepickt. Hier steckt sehr viel Herzblut drin. Die Songstruktur ist mal etwas komplexer – möglicherweise braucht der Hörer ein paar mehr Durchläufe, um den Song zu kapieren – aber es lohnt sich hoffentlich. Wir versuchen beim Songwriting meistens, die Essenz des Materials gut auf den Punkt zu bringen und den Song kompakt und interessant zu halten. Bei dieser Nummer war das egal. Zuerst hatte ich tatsächlich das Intro, und von da an hat sich alles andere aufgebaut und gefügt.

DarkScene: "Digital Dumbass" – schon der Titel ist eine Ansage. Wie sehr ist das ein Spiegel dessen, was dich aktuell gesellschaftlich beschäftigt?

Stevo: Die weltpolitischen und gesellschaftlichen Probleme dieser Welt frustrieren mich sehr. In einem Song wie "Digital Dumbass" kann ich meine Wut und Aggression darüber ausleben. Musik hilft mir, diese Dinge zu verarbeiten. Ich hatte eine Menge Wut im Bauch, als ich diesen Song geschrieben habe.



DarkScene: "Fear Is The Key" – sehr treibend, sehr direkt. Was war hier der Ausgangspunkt beim Schreiben?

Stevo: Es dauerte eine Weile, bis dieser Song wirklich Gestalt annahm. Zuerst gab es nur das Intro und den Refrain, und ich wusste lange nicht, in welche Richtung ich gehen sollte. Ich probierte Verschiedenes, aber es zündete nicht so richtig. Plötzlich war dieses Main-Riff mit diesem Groove da. Daraus ergab sich schnell die Strophe, und die bereits bestehenden Parts ließen sich gut verknüpfen. Es entstand ein Vibe, der dem Song schließlich Richtung gab.

DarkScene: Wie stark fließen gesellschaftliche Themen generell ins GODSNAKE-Songwriting ein?

Stevo: Wir sind keine großen Prediger, aber bei dem ganzen Irrsinn, der da draußen in der Welt passiert, lässt sich das gar nicht vermeiden. Also ja, solche Themen kommen auch zur Geltung.

DarkScene: Mit Jean Bormann habt ihr euch auf mehreren Tracks Verstärkung geholt. Wie lief die Zusammenarbeit konkret ab – und was hat er deiner Meinung nach dem Sound von "Inhale The Noise" gegeben?

Stevo: Jean ist ein großartiger Typ. Die Zusammenarbeit lief aus meiner Sicht hervorragend. Wir haben ein wenig über die Songs gesprochen, dann hat er sich die Nummern angehört und ein paar Tage später hatten wir seine Soli, die auf Anhieb bei uns für Begeisterung sorgten. Seine ersten Vorschläge waren bereits das, was du jetzt auf der Scheibe hörst. Es ist schön, wenn man mit Profis zusammenarbeitet ;-)

DarkScene: Das Artwork wirkt wie ein Moment kurz vor der Explosion – viel Druck, viel Spannung. Spiegelt dieses Bild für dich auch das wider, was ihr musikalisch erreichen wolltet?

Stevo: Absolut. Ich hätte mir kein schöneres Artwork wünschen können. Unser Freund Björn Gooßes von Killustrations hat das wieder mal hervorragend umgesetzt.

DarkScene: Wenn du die Entwicklung der Band betrachtest – wo würdest du "Inhale The Noise" einordnen? Ist das für dich ein neuer Abschnitt oder eher die konsequente Weiterführung dessen, was ihr aufgebaut habt?

Stevo: Für mich ist es die konsequente Weiterführung. Die sogenannte „Godsnake-DNA“ der Vorgänger-Alben ist nach wie vor erkennbar. Natürlich haben wir uns im Laufe der Zeit auch etwas weiterentwickelt, aber es fühlt sich nicht wie ein neuer Abschnitt an.

DarkScene: Spielt der Live-Aspekt beim Schreiben eine Rolle? Hast du beim Riffing oder beim Aufbau von Songs manchmal schon im Kopf, wie das Ganze auf der Bühne funktionieren wird?

Stevo: Definitiv, ja. Durch unsere Live-Erfahrung und die Reaktionen unserer Fans haben wir ein gutes Gespür dafür entwickelt, was gut funktioniert. Beim Schreiben kann ich dann manchmal schon erahnen, wie ein Part live zünden wird oder wie man den Spannungsbogen gut aufbauen kann.

DarkScene: Ihr habt inzwischen so eine Art Drei-Jahres-Rhythmus bei euren Veröffentlichungen. Ist das etwas, das ihr bewusst so lebt oder ergibt sich das einfach aus eurem Alltag?

Stevo: Das ergibt sich aus unserem Alltag. Die Plattenfirma hätte so einen Release, glaube ich, gerne alle zwei Jahre. Wir haben aber alle noch unsere Berufe und machen GODSNAKE nebenbei – somit sind wir bei der Umsetzung vielleicht etwas langsamer als der Berufsmusiker.

DarkScene: Gibt es Aspekte auf "Inhale The Noise" – musikalisch oder konzeptionell –, die wir bisher noch gar nicht angesprochen haben, die dir aber wichtig sind?

Stevo: Nein, eigentlich nicht. Du hast mir sehr gute Fragen gestellt, und wir sind auf die wesentlichen Aspekte eingegangen.

GODSNAKE -" Inhale The Noise" (Official Video)



DarkScene: Zum Abschluss: Viele Leute begleiten euch seit dem Debüt und stehen hinter euch. Was möchtest du diesen Fans mitgeben?

Stevo: Wir sind sehr dankbar für die großartige Unterstützung unserer Fans. Wir stecken sehr viel Arbeit in diese Band, und diese zum Teil überwältigende Resonanz macht uns sehr glücklich und spornt uns gleichzeitig an, auch weiterhin alles zu geben. Es bedeutet uns unheimlich viel, wenn wir die Menschen mit unserer Musik erreichen und ihnen damit eine gute Zeit geben können.

Fotos: Franz Schepers
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