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21.07.2026
Bleed From Within
Conrad Sohm, Dornbirn

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In Flames, Bleed From Within
21.07.2026, Conrad Sohm, Dornbirn 
Conrad Sohm Kultursommer Festival  
In Flames in Dornbirn war nicht nur ein weiterer Triumphzug der Schweden. Es war in der Beinahe-Club-Atmosphäre intensiv, intim und vollkommen legendär und mit überragender Setlist schon jetzt mehr als denkwürdig und genial…
DarksceneTom
DarksceneTom
(153 Live-Berichte)
Es ist schon extrem cool, wenn man darüber nachdenkt, wie oft wir In Flames mittlerweile schon live erleben durften und wie sehr wir den Weg der Schweden von Beginn an begleitet haben. Als Fans der allerersten Stunde haben wir die 98er- "Whoracle"-Show am Dynamo Open Air vor knapp Jahren genauso miterlebet, wie den hart erarbeiteten, den mit großartigen Alben redlich verdienten Aufstieg der Schweden. Den Weg von kleinen Clubs bis zu den größten Headlinerbühnen des Globus.

Gerade vor einem knappen Jahr haben wie Anders, Björn und Co in Traumkulisse beim restlos ausverkauften Abriss der Festung Kufstein (zum Live Review) bejubeln dürfen und nun sind wir schon wieder am Start. Wieder und diesmal noch viel tiefer in der Provinz. Diesmal im Ländle, da wo sowieso alles noch ein bisschen kleiner ist und bei einer, wohl auch für In Flames, ganz besonderen Show. Der heutige Gig am Conrad Sohm Kultursommer Open Air soll was ganz Besonderes werden.

Es ist beinahe eine Sensation, was die Vorarlberger Kulturinstitution hier geschafft hat. In Flames auf der Waldbühne des Conrad Sohm. Der Mega Headliner, der kaum noch kleine Shows spielt und vor vielen Tausenden auftritt, spielt hier und heute auf der rustikalen Waldbühne bei Dornbirn vor 1.200 Fans. Logisch, dass diese Sensations-Show in quasi-Clubatmosphäre in weniger Stunden sold-out war. In Flames sieht man nicht mehr oft so nahe, so knackig und so intim und genau deshalb, ist das hie rund heute etwas ganz Besonderes und richtig, richtig cool für Fans und Band.



Bleed From Within

Im Vorprogramm stehen heute die knackigen Schotten von Bleed From Within auf den Brettern und sie liefern richtig fett ab. Der Mix aus Metal Core, Extreme-Modern Metal, harschem Groove-Metal und Neo-Thrash nervt zum Glück weniger als befürchtet. Vielmehr drücken die Straßenköter aus Glasgow von Beginn an fett in die Magengrube und haben das restlos ausverkaufte Dornbirn schnell im Griff.
Sehr cool um Punkt 19:45 Uhr durch den Bon Jovi Jahrtausendhit "Livin‘ On A Prayer" eingeleitet, knallen Frontschwein Scott Kennedy und Kumpanen amtlich unbarmherzig in die Wälder. Die Show ist knackig, kurz und würzig. Der Sound ist fett und drückt amtlich. Meinen Höhepunkt finden Bleed From Within bei ihrer rasanten Abbruchparty beim superben "God Complex", aber auch "I Am Damnation" oder "Pathfinder" fräsen live richtig gut und machen die Geburtstagsparty von Bassist Davie Provan zu einer runden Angelegenheit, zu der auch die Crowd im Conrad Sohm ein Ständchen anstimmt.
Coole Show einer ziemlich coolen Band, die man sich auch gern mal wieder auf Platte anhören kann…



In Flames

Es war klar, dass das hier und heute intensiv, intim und legendär werden würde. In Flames auf der Waldbühne in Dornbirn hat man nicht jeden Tag. Der Mief der Frühtage der Schweden, in denen sie gefühlt jeden Club der Erde bis zum Umfallen beackert und zum Brennen gebracht haben, bevor sie dann endlich den wohlverdienten Schritt auf die ganz großen Bühnen schafften, liegt überm Bachbett. Wer aber befürchtet hat, dass In Flames bei dieser "kleineren" Show die Setlist kürzen würden, der wird eines Besseren belehrt. Anders, Björn und Co sind Vollblutmusiker, Vollprofis und sie liefern hier und heute genau so fett und ergiebig, wie auf den großen Festivals auch! Nachdem mir diesmal kurz vor der Show der Prong-Groover"Rude Awakening" ein fettes Grinsen aufs Gesicht zaubert, ist es dann eine der besten Setlists seit Jahren, die meine bessere Hälfte und mich umwerfen sollte.

Die Songauswahl ist absolut überragend, vielleicht sogar die beste ever. 18 ausnahmslos grandiose Songs quer durch das Schaffen der sympathischsten, der besten, der größten und der wichtigsten skandinavischen Melodic Death Metal Bands aller Zeiten. Allesamt kleine Meisterwerke, die sich perfekt ergänzen und drei große Dekaden der In Flames-Geschichte zelebrieren.



In Flames sind zurecht da, wo sie sind. Sie haben immer noch Spaß daran und haben ihre Bodenständigkeit und Dankbarkeit gegenüber ihren Fans nie verloren. In Flames waren ihrer Zeit immer voraus, immer top modern und doch immer knallhart an der Basis unterwegs. Ihre Wurzeln haben sie nie vergessen und zuletzt schielen sie auch immer öfter und immer mehr und gern zurück in die 90er und 00er Jahre.
Wie geil ist es, wenn die Schweden mit dem überragenden "Colony" in den Set starten. Besser geht’s kaum und der endlos geniale Titeltrack vom 99er Referenzalbum klingt mit seinem modernen Groove noch heute topaktuell. Unser Herz geht da natürlich gleich restlos auf und was passiert danach? Danach geht die Ache bereit zum ersten Mal komplett in die Luft. Das altehrwürdige Conrad Sohm explodiert mit "Deliver Us" in einen der besten modern Death Metal Songs aller Zeiten. Mehr Hit geht nicht. Mehr Groove geht nicht und mehr Stimmung geht auch nicht! Nach wenigen Minuten sind wir heilfroh, dass wir es wieder getan haben, und dass wir In Flames wieder "nachgefahren" sind!

Es dauert wieder nur Minuten und die Hütte brennt und man weiß, warum man diese Band liebt und warum sie da ist, wo sie ist und hingehört.
Over The Top!




Wenn In Flames jetzt schon aufhören würden, hätten sie auch mehr geliefert, als manche andere ein Leben lang. Aber es geht natürlich erst los. "In The Dark" ist die schleppende Groovemaschine mit dem überragenden Stadionrefrain. Eine brutale Hymne, die livehaftig noch viele großartiger klingt, als schon auf Platte. Ein weitere Death-Metal-Stadionhit mit überragenden Gitarrensolo, wie ihn nur Anders Friden und Björn Gelotte schreiben.

Dornbirn kocht und In Flames legen hemmungslos nach. Der sensationelle "I, The Maks" Opener "Voices" zerstört und trümmert mit seinem schweren Brett tief in die Magengrube. Die Meute wird immer aktiver und lauter, die Crowdsurfer immer mehr und während Aders Friden sichtlich seinen Spaß daran hat, dass Dornbirn mitunter komplett ausrastet, frag ich mich dann schon, ob es die beste Entscheidung meiner Herzdame war, dass wir uns angesichts der überschaubaren Menge "doch wie früher bei In Flames in den kleinen Clubs ja auch" in die erste Reihe stellen sollen.
Ohne Zweifel war die Entscheidung gut für die Fotos, gut für die Emotion, die Stimmung und Kondition. Gut auch für meine Lady, deren Prellbock hinter ihr steht und mit dem ein oder anderen Bluterguss nach Hause fährt. Egal, letztlich war es die beste und richtigste Entscheidung, denn hier vorne brennt die Hütte lichterloh, sogar hier ist der Sound absolut top und was früher geklappt hat, muss in reifem Alter ja erst recht funktionieren! "Paralyzed" sorgt ja ohnehin stilsicher für Entspannung. Modern und gut. Auch das sind In Flames und auch so klingen sie einfach unverkennbar und genial!



Das unkaputtbare "The Quite Place" geht danach natürlich mitsamt uns wieder komplett durch die Decke. Einer der besten In Flames Songs aller Zeiten und gleich danach holzt das brummende "Meet Your Maker" wie ein Tieflader den umliegenden Wald nieder. "Bist du deppert" hat er gesagt, und das gilt auch hier und heute. Was für eine Wand und wie cool ist die Band, die so ein Brett mit der bewährten Lockerheit und Selbstverständlichkeit von der Bühne feuert, während der Mob restlos ruled, bevor das großartig halbballadeske "The Chosen Pessimist" ist mit seiner stimmungsvollen Aura einmal mehr beweist, dass es einer der intensivsten In Flames Livesongs ever ist.

Danach wird es wieder selbsterklärend:
Das Intro ist bereits legendär. Nicht von dieser Welt und einer der großen Bausteine der zurecht so großen IF-Karriere. Das Jahrtausendalbum "Reroute To Remain" hat im Jahre 2002 die Death Metal Welt noch mehr verändert, als das geniale "Colony" einige Jahre zuvor. Nie zuvor war Moderne und Old-school Gebretter so genial zum Großen Ganzen geschmiedet worden und "Cloud Connected" war, ist und bleibt die 10-Punkte modern Death Metal Übernummer. Knallhart, melodisch, riesig und grandios.

Und weil es eben unsterblich gut war, leger "Trigger" nochmals von "Reroute To Remain"-Referenzalbum nach und hämmert uns als nächster Jahrhunderthit mit brachialem Sound und unfassbaren Chorus die Birnen ab. Glücklicher kann man meine Wenigkeit kaum machen. Und weil es ohnehin schon so unfassbar geil ist, legen die Schweden mit "Artifacts Of The Black Rain" ganz groß nach. Dieses Meisterstück führt zurück Ursprung und der harte Groove und die traumhaften Gitarrenmelodien von "The Jesters Race" verzaubern immer noch.
Hier hat alles begonnen so richtig genial zu werden. Hier haben wir In Flames einst für uns entdeckt und es ist und bleibt ein Meilenstein. Da ist es nur treffend, dass mein Weggefährte Werner neben mir steht. Genauso, wie damals im Mai 1998. Da standen wir beide auch nebeneinander bei In Flames. Damals Anfang 20, als bekennende Liebhaber dieser damals "neuen und jungen" Band und al Dynamo Open Air! Herrlich!



Es ist grandios und einfach perfekt. Zeit für Wehmut bleibt hier aber natürlich keine. Auch wenn Aders Friden immer wieder freundlich, sympathisch und vollkommen authentisch mit dem Publikum plaudert und sich x-mal dafür bedankt, dass er tun kann, was er tut, weil die Fans ihn zu dem gemacht haben, der er ist! Unaufgeregt und nahbar, das waren In Flames schon immer und sie sind es immer noch. Die coolen Typen von nebenan, ohne jegliche Starallüren.

Ohne weiter groß mit der Wimper zu zucken, lassen In Flames dann auch mal gleich den vielleicht größten Metal Live-Hit der letzten Dekaden raus. "Only For The Weak" macht seinem Namen wieder mal alle Ehre und zerlegt alles. Mehr Stimmung geht nicht. Mehr Livequalität geht nicht und egal, wie und wo auf diesem Planeten, diese Nummer auf Menschen trifft: Alle drehen durch und keiner, niemand, absolut niemand, kann hier stillstehen und nicht durch die Decke gehen! Weltklasse, wie immer!
Mit diesem Jahrtausendhit haben In Flames einen der besten und größten Metal Songs aller Zeiten erschaffen und auch hier und heute gibt es keine Superlative, die die Energie und die Dynamik beschrieben könnte, die dabei entfacht werden! Schon gar nicht als Wellenbrecher in der zweiten Reihe….



"Foregone Pt. 2" nimmt dann kurz Luft raus. Verschnaufen ist erlaubt. Der halb balladeske Song vom gleichnamigen, immer noch aktuellen Studioalbum schlägt mit den superben Gitarren die Brücke zu den Frühtagen und lässt keine Zweifel daran, dass In Flames auch gern mal wieder zurück schielen. "State Of Slow Decay" bestätigt das dann auch und schlägt mit seinem hymnischen Modern-Metal Stadionrefrain gekonnt die Brücke. Das Midtempomonster "Alias" ist dann auch wieder so ein typischer In Flames-Hit. Poppig und dennoch heavy, harmonisch und hymnisch. Die Fans singen mit, weil es eben einfach ein verdammt guter Song ist, weil er perfekt in den Set passt und weil danach kommt, was kommen muss:

Anders dreht den Finger und Dornbirn dreht sich mit. "The Mirror's Truth" entfacht dem mega Circle-Pit und "I Am Above" geht mit seinem Monster-Riffing und der perfekte Balance aus old- und new-school zurecht komplett durch den Waldhimmel. Der Song ist schon jetzt ein Klassiker. Die Stimmung kocht, aber nach knapp 90 Minuten ist es dann unweigerlich dennoch Zeit fürs Finale. Das heißt bekanntlich "Take This Life" und artet wie üblich noch einmal richtig aus.

Abriss beendet. In Flames haben geliefert, wie sie gottlob immer liefern. Sie haben das Conrad Sohm zerlegt, wie sie auch die nächste Bühne, auf der sie stehen werden zerlegen werden. Die Fans sind glücklich, die monumental Staubwolke des komplett durchgesiebten Schotterbodens zieht samt alle dem Scheiß der Crowd wohl bis zum Bodensee hinunter und In Flames verabschieden sich unter tobendem Jubel und nach knapp 95 Minuten maximaler Live-Abwatschung.



Setlist:

1. Colony
2. Deliver Us
3. In the Dark
4. Voices
5. Paralyzed
6. The Quiet Place
7. Meet Your Maker
8. The Chosen Pessimist
9. Cloud Connected
10. Artifacts of the Black Rain
11. Trigger
12. Only for the Weak
13. Foregone
14. State of Slow Decay
15. Alias
16. The Mirror's Truth mega circle pit
17. I Am Above
18. Take This Life

Es war die nächste, superbe Show. Es war ein weitere In Flames Triumphzug und zum Abschluss darf ich mich selbst zitieren: In Flames sind und bleiben eine der besten, der sympathischsten, der coolsten und besten Bands der letzten Dekaden. Sie haben den Death Metal zeit ihres Schaffens immer wieder auf eine andere Stufe und in eine andere Dimension gehoben. Sie haben skandinavischen Melodic-Death-Metal modernisiert und zum brachialen Stadionsound gemacht, dabei aber nie die immense Härte und die herrlichen Gitarrenharmonien verloren und schon gar nie haben sie ihre dabei Wurzeln verlassen.



In Flames liefern immer. Sie liefern unbändig gut und sie fackeln mit ihren bahnbrechenden Hits, ihren groovigen, modernen und ebenso rücksichtslos harten, wie hitverdächtigen Modern Death Metal Brechern jede Halle, jedes Stadion und eben auch jeden Wald ab!
Wer hier nicht durch die Decke geht, der ist tot oder hat den Heavy Metal nie verstanden!
Wir haben die Schweden über alle die Jahre von den kleinen Clubs in die Hallen und bis hin in die Stadien begleitet und In Flames haben überall dominiert und sie haben uns nie enttäuscht. Sie waren, sind und bleiben eine der besten Livebands der letzten drei Dekaden und Anders und Björn sind darüber hinaus noch immer zwei der coolsten und sympathischsten Typen ihrer Zunft.
"Scream for Me Dornbirn!"





















@C

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