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Knivad - Lilla Vackra Människa (CD)
Label: Suicide Records
VÖ:
11.09.2026
Art: Review
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KNIVAD stammen aus Göteborg, heute wohnt nur noch Sänger Manne dort, der Rest ist über das Land verstreut. KNIVAD verbinden Hardcore Punk mit Crust, D-Beat und der Schwere des Extreme Metal. Fredrik am Bass, Jonas an der Gitarre, Manne am Gesang und Agge am Schlagzeug bilden die aktuelle Besetzung. Mit Insidans ärrvävnad erschien 2021 das bislang letzte Album, nun steht mit "Lilla Vackra Människa" (Lilla Vackra Människa bedeutet auf Deutsch „Kleiner schöner Mensch“) der Nachfolger in den Startlöchern. Bisher hatte ich tatsächlich noch keinerlei Berührungspunkte mit KNIVAD – umso spannender also, was mir die Schweden mit ihren elf Songs und 33:15 Minuten nun um die Ohren hauen. KNIVAD selbst beschreiben ihren Sound als mehr als nur Crust D-Beat – sie würden ihn vielmehr „weaponize“, also zur Waffe machen. Musikalisch treffen dabei Hardcore Punk, Crust und D-Beat auf rohe metallische Schwere und pendeln zwischen wütender Aggression und erdrückender Melancholie. Inhaltlich geht es um Selbstzerstörung, den Zerfall der Gesellschaft, Trauma, Verlust und die ziemlich unangenehmen Seiten menschlicher Existenz. "Lilla Vackra Människa" soll dabei laut Band ihr bislang persönlichstes Album sein und noch tiefer in die eigenen Abgründe führen. Also dann: Keine Ahnung, was mich hier erwartet – schauen wir mal, wie tief KNIVAD mit ihrem Crust-D-Beat-Bolzen in die Wunde bohren.
97 Sekunden dauert der Opener "En utväg" und Manne knallt währenddessen roh seine Vocals raus. Die Jungs an den Instrumenten stehen ihm in nichts nach und wenn der erste Track die Richtung von "Lilla Vackra Människa" vorgibt, werden die kommenden Minuten ein einziger Abriss. Während der Titeltrack "Lilla vackra människa" seine Kerbe in mein Trommelfell meißelt, sei euch gesagt, dass die Lyrics komplett in der Landessprache gehalten sind. Dass die einzelnen Lieder fast alle in unter drei Minuten durchgeballert werden, ist ein großes Plus der Platte, denn auch "Det de vet" macht in dieser Hinsicht Bock und es kommt keine „Langeweile“ auf. In "Ett liv" steht kurz darauf der nächste Song an, aber KNIVAD treten hier auf die Bremse und sind ein bisschen getragener unterwegs.
In "Statistiskt sett" und "Bältad" laufen Schlagzeug, Gitarren und auch die Throat des Sängers heiß und kredenzen das nächste schwarze Feuerwerk, während die Schweden in "Djuret inom mig" erneut etwas Tempo herausnehmen, dadurch aber die Durchschlagskraft und Wucht des Liedes erhöhen, das mit viereinhalb Minuten zu den längeren Tracks gehört. Nach "Slukad" kommt mit "Dagen det dödade dig" („Der Tag, an dem es dich getötet hat“) ein Lied, das sich mit seinen ruhigeren Momenten und den rasanten Passagen unter die Haut gräbt. Auch "Jag har rätt att förstöra mig själv" („Ich habe das Recht, mich selbst zu zerstören“) und "Vad är det för fel på mig?", dem leider „schon“ letzten Lied, liegt eine bedrückende Schwere nordischen Ursprungs, der man gerne zuhört. Gerade wegen der Lyrics, die diesem und den anderen zehn Songs eine dramatische Besonderheit geben, ist "Lilla Vackra Människa" ein Kunstwerk aus dem skandinavischen Untergrund, das man auch hierzulande hören sollte.
"Lilla Vackra Människa" ist ein düsteres, verdammt intensives Stück skandinavischer Underground-Kunst, das mit seiner Mischung aus Crust, D-Beat, Hardcore und metallischer Schwere ordentlich Eindruck hinterlässt. Die kurzen, kompromisslosen Songs sorgen dafür, dass die Platte zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt, gleichzeitig sorgen die ruhigeren und getragenen Momente für die nötige Abwechslung und zusätzliche Wucht. Wie bei FEJD könnte man sich hierzulande höchstens an der schwedischen Sprache stören – doch genau die ist für mich eine der großen Stärken des Albums. Sie verleiht den Songs eine ganz eigene Atmosphäre und unterstreicht die Dramatik der Lyrics. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein intensives, bedrückendes und gleichzeitig faszinierendes Album aus dem skandinavischen Untergrund serviert, das man auch hierzulande unbedingt gehört haben sollte.
Trackliste
- En utvaeg
- Lilla vackra maenniska
- Det de vet
- Ett liv
- Statistisk sett
- Baeltad
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- Djuret inom mig
- Slukad
- Dagen det doedade dig
- Jag har raett att foerstoera mig sjaelv
- Vad aer det foer fel paa mig
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