Frontline kommen aus dem schönen Frankenland, spielen Melodic-Rock und haben mit
"Rebirth" ein neues Album bei Frontiers Music veröffentlicht, über das wir heute berichten möchten. Die Pioniere (gegründet 1989) schlagen damit ein neues Kapitel in ihrer langen Karriere auf.
Die Band kommentiert das Album mit den Worten:
„ "Rebirth" spiegelt perfekt wider, wofür dieses Album steht. Nach mehr als 20 Jahren Stille ist es unsere Wiederauferstehung als Band. Wir wollten unser Vermächtnis ehren und vor allem den Fans danken, die Frontline all die Jahre am Leben gehalten haben – während wir gleichzeitig unsere typischen Melodien, Hooks und Emotionen in die Gegenwart transportieren. Dieses Album eröffnet ein neues Kapitel, ohne zu vergessen, woher wir kommen.“
Frontline -
"Burning The Distance" - Official Music Visualizer
Frontline veröffentlichten mit Alben wie “The State Of Rock”, “Two Faced”, “Heroes” oder “Circles” Werke, die sie international bekannt machten, ihre kraftvollen Gesänge, die stabile Gitarrenarbeit und eingängige Refrains altern nicht und prägen den Sound der Band bis heute.
"Rebirth" ist, nach dem Tod von Gitarrist und Songwriter Robby Böbel im Jahr 2022, gleichzeitig Hommage und Neuanfang. Neben Originalsänger Stephan Kämmerer gehören Christian Mühlroth (Gitarre, Produktion), Diego de Sousa Pires, Eric Juris und Andreas Latzko zum aktuellen Line-up und schlagen gemeinsam ein neues Kapitel für
Frontline auf. Wir widmen uns also diesem Neustart und schauen, ob die Wiedergeburt von
Frontline auch musikalisch überzeugt.
Frontline -
"Burning Horizon" - Official Music Video
Die 45-minütige Sause wird mit
"Burning Horizon" eröffnet – melodisch, schön klingend, aber für den Opener eines (Melodic-)Rock-Albums ein bisschen zu zahm.
"Blacktop Parachute" wäre die bessere Wahl gewesen, denn hier gibt’s ’n bisschen mehr Knackiges auf die Ohren. Herzschmerz (
"After You're Gone",
"One Life One Love"), meinen geliebten crunchy 80er-Rock mit tollen Soli (
"Two Tickets To The Afterglow",
"Boulevard Echo") und ein bisschen Radio-Rock (
"Burning Shadows") bestimmen die nächsten Minuten – kurzweilig, klangvoll und ein bisschen verträumt.
"Stone And Feather",
"Shattered Glass Dreams" und
"Heart On The Dashboard" bringen mehr vom guten Franken-Rock, der diesen beschriebenen Mix aus groovigen Melo-Rockern, Kuschelrock-Anwärtern und „Nachmittags-Rock-Radio-Songs“ bis zum finalen
"Arc Of Lightning" serviert. Für eingefleischte Genrefans sicherlich ein Fest, andere könnten geneigt sein, zu Deftigerem zu greifen – was eigentlich nicht sein müsste, hätte man mehr Songs wie den als Single veröffentlichten
"Burning The Distance"-Rocker oder
"Back To The Bright" unter den 14 Liedern gehabt.
Mit
"Rebirth" liefern
Frontline ein gutes AOR-Album ab, das Fans von großen Melodien, Herzschmerz und klassischem Melodic Rock sicherlich gefallen wird. Nach all den Jahren ist die Rückkehr gelungen, auch dank der starken Stimme von Stephan Kämmerer und frischer Impulse im Line-up. Gleichzeitig wirkt die Scheibe über weite Strecken etwas zu glatt – hier und da hätte ein Tacken mehr Wucht, mehr Risiko oder einfach mehr Rock’n’Roll-Dreck gutgetan. Für eingefleischte AOR-Fans trotzdem ein Fest, alle anderen könnten sich stellenweise etwas mehr Biss wünschen.
Frontline -
"Two Tickets To The Afterglow" - Official Music Video