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6.0
Exodus sind zurück und der superbe Gitarrensound der Großmeister Holt-Altus, das gnadenlose Drumming von Tom Hunting und das knallige Artwork von "Goliath" sind zweifellos Thrash Eliteklasse und das darf man sich von Exodus wohl auch erwarten. Auch könnte man sich 2026 ein Album erwarten, das nicht schon wieder von Beginn an langweilt. Dem ist aber nicht so und daran kann leider auch der neuerliche Sängerwechsel nichts ändern.
Exodus fehlt es einfach seit Jahren an Kreativität und Heimkehrer und Kneipenschläger Rob Dukes bringt da auch keine Heilung. Mir persönlich ist es übrigens furzegal, wer von den beiden singt. Dukes klingt immer gut, hat sowieso immer schlechte Laune, ist gefühlt immer auf Krawall gebürstet und hat letztlich auch mindestens gleich viele Exodus-Weltklassealben im Gepäck, als der olle Souza. So viel dazu. Aber zurück zum "Goliath"-Desaster. "3111" ist ein guter Opener. Das ist gekonnter US-Thrash, aber auch nicht mehr und schon gar nicht ist es ein Pförtner, der einen sofort an den Eiern packt und mitten in den erbarmungslosen Moshpit zerrt. Das folgende "Hostis Humani Generis" tut das im Übrigen auch nicht. Viel zu verkopft und lange dauert es, bis die Vocals einsetzen und dann passiert eigentlich auch nichts mehr. Was soll so ein Song auf Nummer zwei? Wo Peter Tägtgren draufsteht ist normalerweise immer Hitpotential drin. "The Changing Me" kommt dann im Duett mit dem dreckigen Jonny Depp-Zwilling und ist zumindest ein kleiner Hit. Große Jubelstürme wollen zwar auch hier nicht ausbrechen, angesichts des Restes vom Fest, muss man aber ebenso fast von einem kleinen Highlight erzählen, wie bei "Promise You This", einem netten Groover mit extrem melodischem "Force Of Habit"-Chorus. Nett wohlgemerkt, aber auch sicher nicht mehr. Der elendig zähe "Goliath"-Titeltrack hingegen hat ja bereits als Vorabvideo für kollektives Kopfschütteln gesorgt und kann überhaupt nix. "Beyond The Event Horizon" lässt musikalisch kurz aufhorchen, stinkt aber als Song genauso ab, wie das plakative "2 Minutes Hate", der Funk-Ausflug "Violence Works" und das langweilige "Summon of the God Unknown". Leider muss man das totgeborene Kind schonungslos beim Namen nennen: "Goliath" ist eine schwere Enttäuschung. Das ist vollkommen belanglose Durchschnitts-Thrash-Kost und somit wieder nicht das, was dieser Band gebührt. Exodus stinken (schon wieder) heillos ab. Experimentieren sollen halt nur die, die es können und noch die Energie und Kreativität dazu haben. Schuster bleib bei deinen Leisten hätte hier die Parole heißen sollen, dann würden Exodus mit ihrem quasi-Comeback nicht so gnadenlos langweilen. "Goliath" ist pure Schonkost aus dem unterem Regal und keineswegs der Exodus-Paukenschlag, den es fünf Jahre nach dem auch schon äußerst bescheidenen "Persona Non Grata" gebraucht hätte, um den Amis wieder die gewünschte Relevanz zu geben. Der letzte wirklich überragende Exodus-Paukenschlag ist und bleibt das fulminante "Tempo of the Damned/Shovel Headed Kill Machine/The Atrocity Exhibition...Exhibit A" Albumtrippel. Nie mehr danach waren die Amis so genial, so treffsicher und so brutal auf Weltklasseniveau unterwegs. Leider ist das halt mittlerweile auch schon wieder 20 Jahre her. Was danach gekommen ist, war weitgehend nutzlos. So wie "Goliath" es angesichts der vielen großartige(re)n Exodus Alben leider auch ist… Trackliste
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Reviews
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