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Zum 35-jährigen Jubiläum erscheint am 15. Mai 2026 mit "Gothic" eine Neuauflage jenes Albums, mit dem PARADISE LOST Anfang der 1990er nicht nur ihre eigene Karriere auf ein neues Level hievten, sondern gleichzeitig auch den Grundstein für das legten, was später unter dem Begriff Gothic Doom Metal weltweite Bekanntheit erlangen sollte. Der Spruch „Alles neu macht der Mai“ trifft hier zu. 35 Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung kehrt das atmosphärische Death/Doom-Meisterwerk "Gothic" von PARADISE LOST mit remastertem Sound zurück. Ganze Generationen von Fans dürfen sich dabei nicht nur über die Neuauflage des legendären Albums freuen, sondern auch über hochwertige physische Editionen und schicke Vinyl-Varianten.
Gegründet wurden PARADISE LOST 1988 im englischen West Yorkshire von Sänger Nick Holmes und Gitarrist Gregor Mackintosh. Bereits früh entwickelte die Band ihren eigenen Stil zwischen Death Metal, Doom und düster-melancholischer Atmosphäre, inspiriert von Größen wie CANDLEMASS, CELTIC FROST oder MORBID ANGEL. Schon das Debüt "Lost Paradise" deutete an, wohin die Reise gehen sollte, doch erst mit "Gothic" schufen PARADISE LOST ein Werk, das seinen Schatten bis heute über die gesamte Szene wirft. Aufgenommen Ende 1990 beziehungsweise Anfang 1991 in den Academy Studios in Yorkshire – wo unter anderem auch MY DYING BRIDE, ANATHEMA oder CRADLE OF FILTH arbeiteten – entwickelte sich "Gothic" nach seiner Veröffentlichung schnell zu einem der prägendsten Extreme-Metal-Alben der frühen 1990er Jahre. Schwere Doom-Riffs, melancholische Leadgitarren, sakrale Atmosphäre und die markanten Melodien von Gregor Mackintosh verschmolzen hier zu einem Sound, der eine ganze Generation von Bands beeinflussen sollte. Die Neuauflage erscheint als Doppel-CD mit remastertem Audio von Jaime Gomez Arellano (Orgone Studios) und enthält zusätzlich den Live-Mitschnitt Live In Ludwigsburg 1991, auf dem Songs von "Gothic" und dem Debütalbum "Lost Paradise" zu hören sind. Ergänzt wird die Edition durch ein vierseitiges Booklet mit persönlichen Erinnerungen der Band an die Entstehungszeit des Albums, ursprünglich veröffentlicht in "The Lost And The Painless" (2021). Kommen wir also zum musikalischen Kern dieser Neuauflage. CD 1 enthält das komplett remasterte Originalalbum "Gothic" mit zehn Songs, die bis heute als Blaupause für atmosphärischen Death/Doom und Gothic Metal gelten. CD 2 liefert mit "Live In Ludwigsburg 1991" zusätzlich einen historischen Konzertmitschnitt, der PARADISE LOST in einer frühen und rohen Live-Phase zeigt. Schon der Auftakt mit "Gothic" und "Dead Emotion" lässt aufhorchen, denn gerade die Female Vocals sind hier der absolute Killer und verleihen den Songs eine gewaltige Atmosphäre. Genau diese Mischung aus düsterem Death/Doom, melancholischen Melodien und den sakral wirkenden Gesangspassagen machte PARADISE LOST damals zu etwas Besonderem. Ohne solche Momente hätte manches im heutigen Gothic- und Doom-Metal vermutlich ganz anders geklungen – oder wäre vielleicht nie in dieser Form entstanden. Eigentlich steckt schon in diesen ersten beiden Liedern ein echter Meilenstein der Metal-Geschichte. Einen enormen Anteil an dieser besonderen Atmosphäre haben dabei auch die zusätzlichen Musiker auf dem Album. Sarah Marrion sorgt mit ihren starken Female Vocals in "Gothic", "Dead Emotion" und auch später nochmal in "The Painless" für genau jene düstere und tiefgründige Stimmung. Ebenso stark sind die orchestralen Elemente der Raptured Symphony Orchestra, die dem Album diese monumentale, melancholische Größe verleihen und den Sound von PARADISE LOST massiv boosten. Ein fettes Lob verdient außerdem Keith Appleton, dessen Keyboard-Arbeit die düstere Grundstimmung zusätzlich verdichtet. Switchen wir jetzt zur "Live In Ludwigsburg 1991"-CD: Dort ist nach dem "Intro" zunächst "Dead Emotion" und erst danach "Gothic" zu hören. Die Aufnahmen sind sehr roh, man hört das Publikum zwischendurch und es fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie ein Bootleg an – das macht aber irgendwo auch den Reiz aus. Während "Shattered" düstere Zerstörung bringt, ist auf der Live-CD die Nummer "Paradise Lost" an der Reihe, inklusive Bandansage. Apropos Live: Wie ein blutiges Stück Fleisch schrammelt "Breeding Fear" (Live) aus den Boxen – da sind die Remaster-Versionen von "Rapture" und "Eternal" wirkliche Soundmonster. "Eternal" gibt’s übrigens auf beiden CDs, so habt ihr den direkten Vergleich und die Qual der Wahl zwischen ursprünglichen räudigen Live-Vibes und eben dem Remaster. "Falling Forever", das instrumentale "Angel Tears" und "Silent" sind die nächsten Lieder auf CD 1 – ich liebe die bösen Töne auf "Silent", den doomigen und melodischen Ansatz sowie die düsteren Vocals des Liedes. "Shattered" und "Angel Tears" sind die nächsten Live-Überschneidungen – dazwischen liegt "Frozen Illusion", das ursprünglich vom Debüt Lost Paradise stammt. Über die Live-Fassung von "Angel Tears" freue ich mich besonders. "The Painless" und das bedrohliche, verdammt atmosphärische "Desolate" schließen die Anniversary-CD ab. Das Live-Triple aus "The Painless", "Our Saviour" und "Deadly Inner Sense" markiert dagegen das Finale der Ludwigsburg-Show und trägt genau jene Triple-R-Trademarks in sich wie die gesamte CD: roh, räudig, rotzig – für Puristen ein Fest! PARADISE LOST liefern mit der 35th Anniversary Edition von "Gothic" nicht einfach nur eine Neuauflage eines Klassikers ab, sondern öffnen gleichzeitig ein Fenster zurück in eine Zeit, in der Death/Doom und die späteren Gothic-Einflüsse noch roh, experimentell und fernab moderner Hochglanzproduktionen klangen. Rein musikalisch bleibt festzuhalten: "Gothic" ist auch nach 35 Jahren ein Meilenstein der Metal-Geschichte – und diese Anniversary Edition macht eindrucksvoll deutlich, warum der Einfluss von PARADISE LOST bis heute nachhallt. Trackliste
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Reviews
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